Unsere Geschichte

Die Gründungsjahre

Lustenau war infolge seiner offenen Bauweise in der Vergangenheit von größeren Brandkatastrophen vor allem zu Beginn des 19. Jahrhunderts verschont geblieben. Einzelbrände aber hatten immer wieder landwirtschaftliche Anwesen und Wohnhäuser zerstört.

Die ersten Bestrebungen zur Gründung einer Feuerwehr in Lustenau führen zurück bis ins Jahr 1876. Zu diesem Zeitpunkt richtete der Vorstand der Dornbirner Feuerwehr das Ersuchen an den damaligen Vorsteher von Lustenau, die Feuerlöschgeräte von Lustenau besichtigen zu dürfen. Allerdings erst im Jahre 1883 fasste der damalige Vorsteher den Mut, die Frage der Neuordnung des Feuerwehrwesens in Lustenau zur Diskussion zu stellen.

Die Gründungsversammlung der Ortsfeuerwehr fand am 02. Oktober 1883 im damaligen Gasthaus Adler statt. Der Einladung waren 52 Männer gefolgt. Nach dieser Gründungsversammlung gingen auch die Vorbereitungen zur Ausrüstung der neugegründeten Wehr weiter. Jedenfalls wurde Mitte Dezember 1883 ein Auftrag zur Lieferung von 2 Anlehnleitern, 4 Fensterleitern sowie 6 Dachleitern für die Feuerwehr Lustenau herzustellen. Weiters waren 50 Feuereimer für die Spritzen eingetroffen. Für die notwendigen Steiger (kann heute mit einem Atemschutzgeräteträger verglichen werden), beliefen sich die Ausrüstungskosten auf 23 Gulden.

Die erste Saugfeuerlöschspritze für Lustenau wurde am 01. März 1890 geliefert. Der Kostenpunkt belief sich auf 2.600 Gulden. Diese Spritze bewährte sich in den folgenden Jahren sehr gut. Es wurden auch mehr Schläuche angeschafft, damit das Wasser auch aus größeren Entfernungen herangeschafft werden konnte.

Die Anfänge der Wehr

Im Jahr 1893 wurde der Wunsch nach einem zweckentsprechenden Spritzenhaus immer lauter. Auch die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr boten an, sich mit einem Betrag von 200 Gulden an einem Neubau zu beteiligen. Der damalige Beschluß der Gemeindevertretung lautete jedoch auf einen Anbau an das bereits bestehende Gerätehaus.

Eine zweite Saug- und Druckspritze wurde im Oktober 1902 zum Preis von 1.754 Mark von der Gemeinde bestellt. Diese Spritze war bereits mit einem Gespann bestückt und mit 6 Sitzplätzen für Feuerwehrmänner bestückt. In Hinkunft konnte die eine Maschine ausschließlich zum Wassertransport, die Andere zum Löschangriff Verwendung finden.

Während dieser Zeit wurde bereits an der Erstellung von Feuerlöschbrunnen im Gemeindegebiet von Lustenau gearbeitet, um eine bessere Versorgung mit Löschwasser zu gewährleisten. Bereits im April 1902 wurde mit dem damaligen Postmeister wegen einer telefonischen Alarmierung verhandelt. Bis dahin wurde die Alarmierung durch "Stürmen" (Glockenläuten) und Hornsignale bewerkstelligt. Der Postmeister sagte zu, eventuell einige Telefonstellen unten und oben in der Gemeinde auch bei Nachtzeit auf Wunsch offen zu halten.

Da es im Jahr 1902 lediglich 7 Telefonanschlüsse gab, wurde mit diesen vereinbart, daß bei Alarmmeldungen diese einander verständigen und die weitere Alarmierung der Feuerwehrmänner vornahmen.

Es kamen dann mittlerweile die Kriegsjahre 1914 – 1918. Wem schwirren dabei nicht eine Fülle von den bittersten und dunkelsten Gedanken durch den Kopf. Immer weitere Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr hatten damals zu den verschiedensten Kriegsschauplätzen einzurücken. Teilweise standen nur 55 Aktive Feuerwehrmänner zur Verfügung. Auch der damalige Kommandant Gebhard Fitz mußte 1916 zu den Standschützen einrücken. Es war nötig auch in diesen schweren Jahren eine einsatzbereite Mannschaft aufzustellen.

Das Jahr 1926 brachte endlich die Erfüllung des langehegten Wunsches, nämlich der Anschaffung einer modernen Automobilspritze. Nach der Währungssanierung war die Finanzierung verhältnismäßig rasch gesichert worden. Der Preis dieser Automobilspritze betrug damals 30.378,48 österreichische Schilling. Die Finanzierung wurde durch einen Beitrag aus der eigenen Kasse der Freiwilligen Feuerwehr, durch einen Zuschuß der Gemeinde sowie durch ein aufgenommenes Darlehen gesichert. Diese Spritze war damals die erste große Automobilspritze des Landes. Die Wehr mußte nun nach ganz neuen Voraussetzungen umgebaut bzw umstrukturiert werden. Die Vorteile einer modernen, alle technischen Vorteile besitzenden Kraftspritze stellte an Führung und Mannschaft ganz neue Anforderungen und setzte ein anderes Können und Wissen voraus, als dies bis jetzt der Fall gewesen war.

Im Jahre 1933 hatte die Brandseuche erschreckende Formen angenommen und deshalb unserer Gemeinde den allerdings etwas unrühmlichen ersten Platz in der Brandstatistik des Landes eingeräumt.

Das Jahr 1934 war geprägt vom 50. Gründungsfest der Lustenauer Wehr. Im Juli 1935 wurde eine Anhängerspritze bei der Firma Rosenbauer in Auftrag gegeben und am 1. Oktober desselben Jahres traf diese zweite Motorspritze in Lustenau ein. Obwohl sich am politischen Horizont die Wolken immer bedrohlicher zusammenballten, gelobte die Wehr, in Treue zusammenzustehen. Daß 1935 wiederum 7 Großbrände zu verzeichnen waren, nährte immer mehr die Auffassung, daß es sich bei den Entstehungsursachen nicht immer um unglückliche Zufälle handeln könne. Im Jahr 1936 kletterte die Brandkurve noch höher. Das volle Dutzend war erreicht worden.

Auch die Zeit nach dem Krieg in den Jahren 1945 – 1950 war eine sehr schwere Zeit für unsere Feuerwehr, in der auch Frauen Dienst leisten mußten. Immer wieder wurde festgestellt, daß Österreich befreit aber nicht frei war. Allen Schwierigkeiten zum Trotz begann schon 1950 ein kontinuierlicher Ausbau der Fahrzeug- und Geräteausstattung. So konnte bereits 1950 ein erster Rüstwagen angekauft werden.

Ein Meilenstein in der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Lustenau war, daß nach einer 60 Jahre alten Forderung endlich im Jahre 1959 ein Baubeschluß für ein neues Feuerwehrgerätehaus in der Gemeindevertretung gefaßt wurde. Das neue Feuerwehrgerätehaus konnte im Jahr 1962 bezogen werden.

Im April 1960 konnte, nachdem die bereits aus dem Jahre 1926 stammende Automobilspritze ihren Geist aufgegeben hatte, das erste Tanklöschfahrzeug mit entsprechender Ausrüstung in Dienst gestellt werden. Hierin wurden auch die ersten Atemschutzgeräte, Fa. AGA „Typ R 44“, untergebracht.

Das neue Gerätehaus konnte 1962 bezogen werden und ein fast 60 jähriger Kampf für eine ordentliche Unterbringung der Gerätschaften war endlich vorbei.

Beim Landesfeuerwehrfest 1962 wurde die zweite Vereinsfahne unserer Feuerwehr geweiht, die ein Duplikat unserer ersten Fahne ist, welche 1945 bei einem Hausbrand mit verbrannt war.

Es waren in diesen Jahren große Ziele erreicht worden. Der damalige Kommandant Gebhard Fitz sah seine Aufgaben erfüllt und übergab im September 1962 sein Amt an Oskar Bösch.

Geschichte 1962 bis heute

Sofern man den Zeitraum von 78 Jahren als „Anfänge der Ortsfeuerwehr“ bezeichnen darf, möchten wir ein neues Kapitel in der Geschichte aufschlagen und es „Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr„ nennen.

Mit diesem Tanklöschfahrzeug TLF 2000 Bj. 1959, 1960 in den Dienst gestellt, ändert sich die Schlagkraft einer Feuerwehr bedeutend, es kann mit dem mitgeführten Löschwasser von 2.000 Liter und der eingebauten Hochdruckpumpe sofort mit der Brandbekämpfung begonnen werden. Auch die ersten Atemschutzgeräte, Fa. AGA „Typ R 44“, die darin untergebracht sind, erfordern eine Umstellung der Löschtaktik.

Durch den Einzug in das neue Gerätehaus 1962 erfolgt die Zusammenlegung der Spritzenhäuser Kirchdorf und Rheindorf, die über das Ortsgebiet verteilten und in Stadeln untergebrachten Handdruckspritzen verlieren über die Jahre völlig ihre Bedeutung.

Beim Landesfeuerwehrfest 1962 wird die zweite Vereinsfahne unserer Feuerwehr geweiht, die ein Duplikat unserer ersten Fahne ist. Fahnenpatin ist Frl. Rosemarie Wieser, gestiftet wird sie von ihrem Vater, dem Brauereibesitzer Alfred Wieser. Unsere erste, von Wilhelm Hämmerle „Klosters“ entworfene und am 28.05.1928 eingeweihte Fahne, wurde im Jahre 1945 bei einem Hausbrand, der durch Tieffliegerbeschuss verursacht wurde, vernichtet. Weil die Räumlichkeiten im Spritzenhaus überaus beengt und feucht waren, war die Fahne bei unserer Fahnenpatin Maria Bösch „Josens“ auf dem Dachboden ihres Elternhauses untergebracht, welches - wie oben erwähnt - am 01.05.1945 abbrannte.

Der damalige Kommandant Gebhard Fitz sieht seine Aufgaben erfüllt und ein junger Feuerwehrmann, Oskar Bösch, der zuvor das Amt des Zugs- und Schriftführers ausgeführt hat, ist bei der Herbsthauptversammlung 1962 mit großer Mehrheit zum Kommandanten gewählt worden.

1964 kann durch die Anschaffung eines dritten Löschfahrzeuges, ein LLF - Marke Opel Blitz - mit Vorbaupumpe, sowie eines Pulveranhängers mit 250 kg Löschpulver, der 1963 angeschafft wurde, die Schlagkraft der Lustenauer Feuerwehr weiter erhöht werden. 1966 wird, durch das bestehende Gefahrenpotential des MARTA-Tanklagers und die dadurch durch das Ortsgebiet fahrenden Tanklastzüge, ein Universallöschfahrzeug 1500/300/750 in Betrieb genommen.

Durch die immer weiter fortschreitende Verlegung der Hauswasserleitungen ergibt sich auch auf dem Gebiet der Löschwasserversorgung eine wesentliche Verbesserung der Verhältnisse. 260 Hydranten stehen mittlerweile in Lustenau zur Verfügung. Diese werden jeweils bei Erneuerungen im Bereich der Abwasserkanalisierung und der Neuverlegung der Wasserleitung ausgetauscht bzw. neu erstellt.

In den folgenden Jahren wird die Ausrüstung der Lustenauer Feuerwehr stetig verbessert. Es werden verschiedene Fahrzeuge und Anhänger angeschafft, die die Arbeit der Feuerwehr erleichtern und unsere Schlagkräftigkeit stetig vorwärts bringen.

Altkommandant und Ehrenmitglied Gebhard Fitz jun., Sohn des 2. Hauptmannes und Kommandant von 10.05.1948 bis 19.09.1962, stirbt am 11.07.1968. Vom Gerätehaus weht die Trauerfahne. Bei der Beerdigung nehmen insgesamt 77 Mann unserer Feuerwehr teil, von Seiten des Landesfeuerwehrverbandes sah man LFI-Stellvertreter Karl Amann, BFI Ratt, Vertreter der Betriebsfeuerwehren Battlogg, Abschnittskommandant Köb sowie Bezirksvertreter Frick. Kommandant Oskar Bösch und LFI-Stellvertreter Karl Amann halten dem Verstorbenen ehrende Nachrufe.

Am 28. Jänner 1969 stirbt unser Ehrenkommandant, Ehrenmitglied, Josef Bösch. 1920 in die Reihen der Feuerwehr Lustenau eingetreten, wurde er am 14.10.1923 zum Hauptmann gewählt. Durch seine Initiative entstanden bedeutende Verbesserungen des Feuerlöschwesens wie z.B. der Kauf der ersten Automobilspritze des Landes im Jahre 1926. Bedingt durch die verwirrenden Geschehnisse in den Kriegsjahren musste er sein Amt auf Betreiben des Kreisführers und späteren Landesfeuerwehrinspektors Josef Mittempergher am 09.07.1943 gewaltsam niederlegen. Am 10.05.1948 wurde Josef Bösch zum Ehrenkommandanten ernannt. Während seiner Amtszeit als Bürgermeister von 1946 bis 1960 sorgt er dafür, dass die Wehr die notwendigen Anschaffungen zur Modernisierung und zum Ausbau der Schlagkraft tätigen kann.

Vor der Jahreshauptversammlung 1971 bittet Kommandantstellvertreter Ferdinand Hagen um seine Ablösung. Nach 25 jähriger Tätigkeit in seiner Position möchte Ferdi sein Amt in jüngere Hände geben und wird bei der Wahl nicht mehr zur Verfügung stehen. Bei der Neuwahl des Kommandanten am 06.03.1971 wird Schriftführer Walter Hollenstein zum Kommandantstellvertreter gewählt, Ferdi Hagen wird aufgrund seiner Verdienste zum ersten Ehrenkommandantstellvertreter der Freiwilligen Feuerwehr Lustenau ernannt.

Altkommandant und Ehrenmitglied Remigius Grabher „Klemenzens“ ist Tod. Er stirbt am 03.11.1971. Remigius führte unsere Wehr in der schwierigen Zeit des 2. Weltkrieges von 09.07.1943 als Wehrführer und in der Nachkriegszeit als Kommandant bis 10.05.1948. Bei seiner Beerdigung am 06.11.1971 hält ihm Kommandant Oskar Bösch einen ehrenden Nachruf. Unsere Wehr, 73 Mann an seinem Grabe, rückt anlässlich dieser Beerdigung zum ersten Mal in der neuen Parade-Uniform aus.

Bereits im Jahre 1972 erhält unsere Feuerwehr vom Landesfeuerwehrverband den Auftrag unser Bundesland im Juli 1973 bei den 5. Internationalen Feuerwehrwettkämpfen in Brünn (CSSR) zu vertreten. Der Auftrag erfolgt ohne Ausscheidungen, da unsere Wettkampfgruppe in den letzten Jahren bei Leistungsbewerben immer in den Spitzenrängen aufschien.

5. Internationale Feuerwehrwettkämpfe in Brünn (CSSR) vom 08.07. bis 15.07.1973. Unsere Wettkampfgruppe kann durch einen fehlerfreien Löschangriff in 54 Sekunden und mit der Zeit von 75 Sekunden im Staffellauf mit 391 Punkten den 3. Platz im Silbermedaillen-Rang erreichen. Obwohl 12 Punkte mehr erreicht wurden als 1969 in Krems für eine Goldmedaille notwendig waren, konnte man sich durch die enorme Leistungssteigerung der Wettkampfgruppen aus den Ostblockstaaten nicht weiter vorne platzieren. Erfreulich jedoch, dass der Anschluss an die innerösterreichischen Gruppen geschafft werden konnte.

Da Anfang der 1970er Jahre die Zahl der technischen Einsätze immer mehr zunimmt, wird 1974, nachdem der Rüst/Mannschaftswagen - 1950 angeschafft - ausgemustert werden muss, ein Ford Transit 175, der vom Landesfeuerwehrverband zur Verfügung gestellt und in Eigenregie ausgebaut wird, in Betrieb genommen.

Im Lustenauer Gemeindeblatt vom 27.11.1976 wird die Bevölkerung darüber informiert, dass ab sofort die Feuerwehr im Einsatzfalle über Taschenruf-Empfänger mittels Funk alarmiert wird. Diese können über Auslösestationen bei der Gendarmerie, dem Gerätehaus und im Privathaus des Kommandanten ausgelöst werden. Zum ersten Mal und mit großem Erfolg - die Zufahrtsstraßen sind nicht mehr durch Schaulustige verstopft - werden diese beim Großbrand des „Völkerbundpalastes“, einer Gastarbeiterunterkunft mit 16 Bewohnern, am 22.11.1976 ausgelöst.

1977 wird ein Kleines Löschfahrzeug, ein Ford Transit 190, mit 9 Mann Besatzung und Tragkraftspritze angekauft, welches zur Verstärkung des 2. Löschzuges eingesetzt wird.

1977 kann, nach dem gewonnen Ausscheidungsbewerb im Oktober 1976 in Hohenems, unsere Wettkampfgruppe unter Gruppenkommandant Manfred Kremmel, die Vorarlberger Feuerwehren bei den 6. Internationalen Feuerwehrwettkämpfen vom 31.07. bis 07.08.1977 in Trient (Italien) vertreten. Zum engsten Favoritenkreis zählend, beim offiziellen Training wurde der Löschangriff mit 46,45 Sekunden, der Staffellauf mit 49 Sekunden absolviert, bleibt im entscheidenden Wettkampf die Stoppuhr im Löschangriff bei 47 Sekunden, beim Staffellauf in 68 Sekunden, stehen. Pech hat unsere Wettkampfgruppe durch eine am Vorabend geänderte Bestimmung in Bezug auf die Auslegung der Saugleitung, die dann auch den einzigen Fehler im Löschangriff ergibt. Nach langem Hin und Her der Kampfrichter entscheiden sie sich für die Anrechnung von 30 Schlechtpunkten unter gleichzeitigem Abzug von 10 der 20 zustehenden Gutpunkte. Enttäuscht, mit dem 1. Rang der Bronze-Medaillen im Gepäck, wird die Heimreise angetreten. Auch die Tatsache, dass die Zeit im Löschangriff durch 99 Gruppen die angetreten waren, nicht überboten, sondern nur von zwei tschechischen Gruppen egalisiert werden konnte, kann die Traurigkeit nicht aufheitern.

Im Jahre 1981 wird ein Tanklöschfahrzeug 4000/400, in welchem die Ausrüstung für schwere Verkehrsunfälle (hydraulischer Rettungssatz) untergebracht ist, in Betrieb genommen. Die Bezeichnung RLF gibt es noch nicht, weiters ist es das erste Fahrzeug in Vorarlberg, welches 4000 Liter Tankinhalt hat. Schwierige Verhandlungen mit dem Landesfeuerwehrverband um Größe, Leistung und Tankinhalt gehen dem Kauf voraus. Das im Jahre 1960 in Dienst gestellte TLF 2000 kann in die hinteren Reihen gestellt werden.

Nach intensiven Vorbereitungen fährt zum dritten Male eine Lustenauer Wettkampfgruppe als Vertreter der Feuerwehren Vorarlbergs zu den Internationalen Wettkämpfen. Die Fahrt der 10 Wettkämpfer geht nach Böblingen (BRD), wo sie vom 19.07. bis 26.07.1981 an den 7. Internationalen Feuerwehrwettkämpfen teilnehmen. Unter Gruppenkommandant Manfred Kremmel ist es am 25.07. soweit. Als eine der letzten Gruppen am Start, kann der Löschangriff fehlerfrei in 56 Sekunden, der Staffellauf in 65 Sekunden absolviert werden und das Gesamtergebnis von 399 Punkten erreicht werden. Diese hätten in Brünn und Trient für eine Goldmedaille gereicht, durch die Leistungssteigerung der teilnehmenden Gruppen jedoch reichte es - bewusst unter Anführungsstrichen - „nur“ für den 1. Rang in Silber. 400 Punkte waren die Grenze zur Goldmedaille.

1982 wird südseitig ein Zubau zum Gerätehaus erstellt, um alle Fahrzeuge und Geräte unterzubringen und die Vorbereitung zur Unterbringung einer Autodrehleiter abzuschließen.

Ein Meilenstein in der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Lustenau und zum 100 jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Lustenau ist 1983 die Anschaffung einer modernen Drehleiter, DLK 30, die als Rettungs- und Einsatzfahrzeug für die vielen Hochbauten, welche mittlerweile in der Gemeinde erstellt wurden, in den Dienst gestellt wird. Die Anschaffungskosten belaufen sich auf 4,5 Millionen Schilling.

Die Marktgemeinde und ihre Bürger feiern ihre 100 jährige Freiwillige Feuerwehr. Diese richtet das Landesfeuerwehrfest 1983 mit den Landesleistungsbewerben im Reichshofstadion, einem großen Festumzug, welcher durch die Gemeinde führt und am Festplatz bei der Eishalle endet und die Weihe der neuen Drehleiter, aus. Es erscheint die Festschrift „100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Lustenau“, welche einen großartigen und umfassenden Einblick in die Geschichte der Feuerwehr gibt.

In den 1983 und 1984 werden die, ab 1962 eingesetzten AGA-Atemschutzgeräte durch neue Geräte der Fa. Dräger ersetzt.

Kommandant Oskar Bösch übergibt, nach 22 Jahren an der Spitze der Wehr, aus beruflichen Gründen 1984 sein Amt an Manfred Kremmel. Die Wehr ernennt ihn aufgrund seiner großen Leistungen für die Feuerwehr Lustenau bei der Jahreshauptversammlung am 16.03.1985 zum Ehrenkommandanten.

1987 muss auf neue Einsatzuniformen, ein Schweizer Erzeugnis der Fa. TELED, umgestellt werden, da die seit 1983 verwendete Einsatzuniform die Ansprüche - besonders die der Atemschutzgeräteträger - nicht erfüllt und unsere Mannschaft zu wenig geschützt ist.

Im Jahre 1988 erfolgt die Umstellung der Dräger Atemschutzgeräte von Zweiflaschensystem auf Einflaschensystem mit 300 bar Luftinhalt, die ersten Geräte werden mit Atemschutzfunk ausgerüstet.

Als Mannschaftstransportfahrzeug wird 1992 ein VW-Bus für 9 Mann mit Gerätewanne angeschafft. So kann dieses als Kombifahrzeug, bei weniger Besatzung, als VF benützt werden. Das alte VF, aus dem Jahre 1973, wird abgelöst.

Bei einer wahren Regenschlacht am 04.07.1992 kann unsere Wettkampfgruppe Lustenau 1 nicht nur den 1. Rang um das FLA Silber A bei den 41. Vorarlberger Leistungsbewerben gewinnen, sondern auch den „Goldenen Helm“ von Lingenau nach Lustenau holen. Nach 1969 in Hohenems, 1970 in Rankweil, 1978 in Feldkirch-Gisingen und 1981 in Röthis der 5. „Goldene Helm“ der unseren Eingangsbereich im Feuerwehrgerätehaus schmückt. Bei den Ausscheidungen für die im nächsten Jahr stattfindenden Internationalen Leistungsbewerben kann sich Lustenau 1 mit zweimaliger überragender Laufbestzeit, trotz offener Saugerkupplung, qualifizieren.

Bei den 10. Internationalen. Leistungsbewerben im Juli 1993 in Berlin (BRD) geht der Traum unserer Wettkämpfer endlich in Erfüllung. Sie erreichen den 5. Rang, kommen mit einer Goldmedaille im Gepäck zurück nach Lustenau und werden von der Gemeinde und unserer Feuerwehr würdig empfangen. Zuvor konnte die erfolgreiche Wettkampfgruppe bei den 42. Landesfeuerwehrbewerben in Lustenau den „Goldenen Helm“ erringen.

2. Vorarlberger Jugendfeuerwehrzeltlager vom 03.09. bis 05.09.1993, zum 40 jährigen Bestehen der Jugendfeuerwehr Lustenau, in den Auen am Alten Rhein beim Zollamt Wiesenrain. Trotz perfekter Vorbereitung durch das Team der Jugendbetreuer konnte eine dreitägige Schlammschlacht, mit Pumparbeiten der Aktiven Mannschaft im Zeltgelände, nicht verhindert werden. Nach der Eröffnung des Zeltlagers öffneten sich die Schleusen des Himmels und schließen sich erst wieder bei der Abreise der Jugendgruppen am Sonntagmittag. Trotz dieser widrigen Umstände ein tolles Erlebnis mit vielen Programmpunkten, guter Kameradschaft der Jugendlichen und deren Betreuer, sowie unserer Mannschaft der Feuerwehr, die ihre Jugend nicht im Regen stehen lässt.

Am 07.08.1994 trifft die Trauerkunde ein, dass Ferdinand Hagen, Ehrenkommandantstellvertreter gestorben ist. Ferdi wird am 30.09.1946 als Nachfolger von Hans Peschl gewählt und bekleidet sein Amt über 25 Jahre bis 1971. Auf der Jahreshauptversammlung vom 06.03.1971 wird er zum ersten Ehrenkommandantstellvertreter unserer Feuerwehr ernannt. Sein Begräbnis findet am 13.08.1994 unter großer Teilnahme unserer Mannschaft statt.

Ein LF - auf Mercedes 814 - mit Vorbaupumpe ersetzt 1994 unseren Opel Blitz. Neben einer Vorbaupumpe die 1500 L/min fördert ist im Heck eine TS 12 untergebracht. Von der Ausrüstung her ist das Fahrzeug, wie bereits das Vorgängerfahrzeug, für den Betrieb zweier Saugstellen gleichzeitig ausgelegt.

Ab 1997 wird die Marke von 100 Einsätzen pro Jahr stetig überschritten, die technischen Einsätze haben die Brandeinsätze längst überholt und stehen im Vordergrund.

Bereits 1993 wurde deshalb ein zweites Rüstfahrzeug, ein SRF mit Kran, in den Dienst gestellt, welches endlich die im Gerätehaus gelagerten technischen Geräte - die im Einsatzfall nachgeholt werden mussten - aufnehmen und zur Entlastung des zu schwer beladenen KRF beitragen konnte. Für die Unterbringung des Fahrzeuges im Haupttrakt des Gerätehauses muss nordseitig eine Blechgarage für das 1992 angeschaffte MTF aufgestellt werden.

Vier Jahre später, wir schreiben 1997, kann die Wettkampfgruppe Lustenau 1 nach 1993 wiederum eine Goldmedaille bei den 11. Internationalen Leistungsbewerben in Herning (Dänemark) erringen.

Bei der Jahreshauptversammlung 1998 wird Erich Bösch von der Mannschaft zum Kommandanten gewählt, nachdem Manfred Kremmel sein Amt an der obersten Spitze unserer Feuerwehr nach 14 Jahren zurückgelegt hat.

Im Juli 1998 wird ein weiteres neues Universallöschfahrzeug der Ortsfeuerwehr Lustenau in Betrieb genommen. Der mittlerweile aus dem Jahr 1966 stammende Vorgänger dieses Fahrzeugs wird im Mai 1999 in die Stadt Gomel/Weißrussland gebracht und kann dort seinen Einsatzdienst weiter versehen. Dieses ausgemusterte Fahrzeug entspricht in unseren Breitengraden nicht mehr den Anforderungen, kann jedoch in Weißrussland noch sehr gute Aufbauarbeiten des dortigen Feuerwehrwesens leisten.

Als sich im das Jahr 1998 die Anschaffung von 4 Bezirkseinsatzleitfahrzeugen für Vorarlberg im Landesfeuerwehrverband entwickelt, sehen wir die Möglichkeit endlich ein Fahrzeug für den Einsatzleiter zu bekommen. Den Vorteil, als Einsatzleiter etwas früher als das erste Fahrzeug am Einsatzort zu sein um die Lage zu erkunden, hatten wir schon länger erkannt, die Umsetzung konnte aus verschiedenen Gründen jedoch noch nicht erfolgen.

Am 1. Jänner 1999, kurz nach Mitternacht kommt der erste Alarm des Jahres und es wird als Testbetrieb mit dem alten KRF, in welchen die Einsatzunterlagen untergebracht worden waren, der erste Einsatz als „Kommandofahrzeug“ gefahren. Da die Erfahrungen positiv sind und die Mannschaft die neue Regelung unterstützt, wird das System beibehalten und wir können im Sommer 2002 das Bezirkseinsatzleitfahrzeug des Bezirkes Dornbirn vom Landesfeuerwehrverband in Dienst stellen. Für die Unterbringung des Fahrzeuges wird in Eigenregie südseitig eine Fertigteilgarage aufgestellt und in die Haustechnik integriert.

Auf der 117. Jahreshauptversammlung am 13.03.1999 wird Altkommandantstellvertreter Walter Hollenstein zum Ehrenkommandantstellvertreter ernannt. Walter wurde auf der Jahreshauptversammlung vom 06.03.1971 zum Kommandantstellvertreter bestellt und übte dieses Amt bis zu seinem Rücktritt am 30.06.1997, über einen fast unvorstellbaren Zeitraum von 27 Jahren, aus.

Ab 2000 sind auch wir im Word Wide Web vertreten. Unsere, von unseren EDV-Technikern programmierte Homepage, wird frei geschaltet. Nicht nur Informationen über unsere Feuerwehr, sondern auch die Termin- und Personalverwaltung, sowie die Probenstatistik wird über unsere Seite geführt.

Bei den Landesleistungsbewerben der Feuerwehren Vorarlbergs in Dornbirn am 07.07.2001, kann unsere Wettkampfgruppe Lustenau 1 im Bewerb um das FLA Silber A bei den 50. Vorarlberger Leistungsbewerbe den 4. Rang und nach 1993 den 7. „Goldenen Helm“ nach Lustenau holen.

Ende 2002 entscheidet sich unsere Feuerwehr im Bereich Atemschutz wiederum den neusten Weg zu bestreiten und es wird auf das Überdrucksystem umgestellt. Es werden 18 Stück Preßluftatmer "PSS 100" von der Fa. Dräger mit einer "9 Liter - 300 bar Interspiro Zylinderflasche" angeschafft, die in den Fahrzeugen Tank 1, Tank 2, LF 1, LF 2 und DL 30 untergebracht werden. 3 Stück verbleiben als Reservegeräte im Atemschutzraum.

Ein Jahr später, 2003, kann nach dem ELF das KLF - nach 26 Jahren im Einsatzdienst - durch ein LF, einen Mercedes Sprinter 416 CDI mit Hochdach, ersetzt werden. Da das Fahrzeug jetzt auch mit 3 Atemschutzgeräten und tragbarer Schiebeleiter ausgerüstet ist, kann es das im ersten Löschzug stehende LF bei Abwesenheit im Einsatzfalle ersetzen.

2003 ist auch ein Jahr der Feierlichkeiten. Wir können am 28. und 29. Juni 50 Jahre Feuerwehrjugend feiern, sie besteht seit 1953 durchgehend und ist damit die älteste Österreichs. Erste Bestrebungen zur Bildung einer Zöglingsriege gehen in das Jahr 1912 zurück, 95 Prozent unserer Aktiven Mannschaft kommt mittlerweile aus der Feuerwehrjugend. Die Feuerwehrjugend Vorarlbergs ist, mit Spielen wie vor 50 Jahren, eingeladen, das 50 jährige Gründungsfest unserer Feuerwehrjugend mit zu feiern. Eine besondere Überraschung und Freude - nicht nur für die Jugendlichen - ist die Übergabe einer eigenen Fahne für unsere Jugendwehr durch den Bezirksfeuerwehrinspektor Martin Alfare und seiner Frau Ursula, welche die Patenschaft dafür übernimmt. Weiters wurde, bewusst etwas im Hintergrund der Feuerwehrjugend, mit diesem Fest verbunden unser 120 jähriges Bestehen gefeiert.

Nach 6 Jahren als Kommandantstellvertreter wird 2004 Martin Hofer als erst 9ter Kommandant in der 121 jährigen Geschichte der Feuerwehr Lustenau neuer Kommandant unserer Wehr.

Am 19.09.2004 wird unsere Einsatzunterstützungssoftware, kurz „EUS“ genannt, in Betrieb genommen. Sie enthält neben dem Ortsplan, die Pagermeldung und den Anfahrtsplan, sowie die bei uns hinterlegten einsatzrelevanten Daten und wird hinter dem Einsatzleitfahrzeug für den Einsatzleiter ausgedruckt. In weiterer Folge ist geplant, dass die Hydranten mit ihren Leistungen programmiert werden.

Anfang 2005 wird die Software für Großschadenereignisse in Betrieb genommen. Mit ihr ist es möglich, nach automatischer Erfassung der Einsätze, welche über Pagerauslesung oder über Eingabe von Disponenten erfolgt, Einsatzorte, Fahrzeuge und Dienstgrade zu disponieren, Einsatzzeiten und eingesetzte Geräte zu verwalten und die Einsätze abzuarbeiten. Auswertungen nach verschiedenen Kriterien, sowie der Abgleich mit der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle sind möglich.

Im April 2005 wird der Versuch eines Kuppelcups - es wird der Leistungsbewerb bis zum Kommando „angesaugt“ - durchgeführt, der sofort von den Feuerwehren des Landes großartig angenommen und bei toller Stimmung in der Radlerhalle durchgeführt wird.

Da sich 2005 keine Feuerwehr für die Ausrichtung der Vorarlberger Landesfeuerwehrleistungsbewerbe meldet, springt unsere Feuerwehr kurzfristig ein und richtet am 02.07.2005 die 54. Landesfeuerwehrleistungsbewerbe und die 26. Feuerwehrjugendleistungsbewerbe im Reichshofstadion mit eigener Mannschaft, unter tatkräftiger Mithilfe unserer Angehörigen zur Zufriedenheit aller, aus.

2007 wird mit der Digitalisierung unserer Geschichte begonnen. Gründungsunterlagen, alte Protokolle, Briefe und Dokumente werden eingescannt, aus der Deutschen Schreibschrift übersetzt und in unserem Feuerwehrarchiv eingegeben. Fotos werden zugeordnet und soweit noch möglich mit den Namen der darauf befindlichen Personen versehen und ebenfalls eingegeben. Mit einem, von unseren EDV-Technikern entwickelten Programm, kann nach verschiedenen Kriterien bzw. freier Eingabe gesucht und gestöbert werden. Alle Mitglieder unserer Wehr, sowie das Gemeindearchiv Lustenau, haben zugriff auf das Feuerwehrarchiv.

Unter dem Motto „125 Jahre jung“ begehen wir im Juli 2008 unser 125 jähriges Bestandsfest mit unserer Bevölkerung im Herzen unserer Marktgemeinde auf dem Kirchplatz. Mit einem großen Festumzug, der Weihe unseres RLF 4000/250, den Nassleistungsbewerben der Bezirke Feldkirch und Dornbirn feiern wir uns und unsere Vorgänger im Rahmen eines zweitägigen Festes.

Im Jahr 2009 erfolgt die Umstellung der persönlichen Schutzausrüstung. Die seit 1987 im Dienst stehenden Einsatzuniformen der Fa. TELED erfüllen die heutigen Anforderungen der Normen nicht mehr und wir rüsten unsere gesamte Mannschaft mit Einsatzuniformen der Fa. Texport, Modell Berufsfeuerwehr Stuttgart in Ausführung PBI Matrix, aus. Ebenfalls werden die Schutzhelme nach ungefähr 15 Jahren Einsatz ersetzt und von Gummistiefel auf Lederstiefel umgestellt.

Hilfe bei Wassernot

Der Freiwilligen Feuerwehr kam aber nicht nur bei Feuersgefahr die Aufgabe zu,den in Not geratenen Mitbürgern beizustehen, auch in allen anderenFällen elementarer Gefahr wurde sie aufgeboten. In Lustenau war diesder Fall bei der immer wiederkehrenden Wassernot. In ältester Zeithatte der Rhein ja einen völlig ungehemmten freien Lauf und in vielenSträngen durchfloß er das jetzige und frühere Gebiet derGemeinde. Der Siedlungs- und Behauptungswille der Menschen nötigteihm mit der Zeit eine bestimmte Bahn auf, die er aber immer wieder verließ.Große Verheerungen und Überschwemmungen sind uns bekannt aus den Jahren 1206 und 1548. Damals wurde auch die Pfarrkirche von den Flutenverschlungen und weggeschwemmt.

Im Jahr 1888, man schrieb den 29. August, wurden bei der damaligen Überschwemmungsämtliche wehrfähigen Männer der Gemeinde verpflichtetder Wasserwehr beizutreten um den Wassermassen des Rheins einigermaßenHerr zu werden. Dies gelang jedoch nicht. Die Hilfsmannschaften mußtenteilweise ihren Weg über Dornbirn in ihre eigenen Häuser inLustenau antreten. Zu Hause erwartete sie bereits wieder neue Arbeit,da noch manche wertvolle Habe an Vieh und Gut in Sicherheit gebracht unddie Versorgung der vonaneinander abgeschlossenen Bewohner eingeleitetwerden mußte.