Aufgenommen am 19/12.92. in der Brauerei bei der Besprechung des Brandes vom 13 Dezember 1892. z. Ohsen.
I. Wurde die Versammlung um 8 Uhr von H Hauptmann eröffnet und zugleich verschiedenes erörtert vom H Hauptmann Hämmerle u. hernach Diskusion eröffnet u. unterdessen ein Muster von Schläuchen in der Versammlung Cirkuliert.
Bregenzer Tagblatt: 16.12.1892
Aus Vorarlberg, 15. Dez. In der Nacht vom 13. auf 14. d. ist in Lustenau die Ochsenwirthschaft niedergebrannt
Vorarlberger Landeszeitung vom 15.12.1892
Lustenau, 14. Dez. (Brand.) Gestern Abend nach 10 Uhr brannte hier beim Eingange ins Dorf von der Au-Monstein-Rheinbrücke her die Wirthschaft zum „Ochsen“ nieder
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Sand, Haus Nr. 518 u. 519 - Grossbrand Josef König "Siebers" u. Ferdinand Bösch "Schreibers"
Auszug aus dem Original-Protokoll Aufgenommen im Adler bei der Frühlings-Hauptversammlung am 30 März 1891. Es kamen folgende Punkte zur Verhandlung und Beschlussfassung IIII. Besprechung der Brände bei Daniel Holzer u. Jos. König und Ferdinand Bösch Schreibers. Es wurde betrefs der Brände von Herr Hauptmann dieser Punkt aufs eingehendste erörtert, hernach von Josef Anton Müller das Wort ergriffen und erwähnt dass die Allarmierung besser gepflogen werden soll, und ein Feuerwehrmann den anderen wecke wen er an seiner Wohnung vorbei müsse zur Brandstätte. Dann soll auf Antrag des Ludwig Hollenstein die Mussickkapelle ersucht werden am Allarmierung bei allvälligen Bränden, welchem aber vom H Hauptmann erklärt wurde dass man dasselbe bereits schon vor zwei Jahren gethan habe von Seite der Gemeinde und aber wieder erneuert werden könne. Dann sollen sich auf Antrag des Sigbert Hämmerle die Wachtmänner im Falle eines Brandes etwas energischer bezeigen und mithelfen als bisher. Vorarlberger Volksblatt: 20.03.1891 Lustenau, 20. März. Diese Woche konnte in unserer Gemeinde die Wahrheit der Wort Schillers in seine „Glocke“ erprobt werden. Die Worte nemlich: „Wohltätig ist des Feuers macht, Wenn die der Mensch bezähmt, bewacht, Doch furchtbar wird die Himmelsmacht, Wenn sie der Fessel sich entrafft.“ Den am Mittwoch Abend circa 8 Uhr ertönte plötzlich das Feuerhorn und der Ruf Feuer. Es fing bei Daniel Holzer, vulgo Gaies, an zu brennen. Doch wurde der Brand durch die Energie der herbeigeeilten Männer bald unterdrückt so daß er ohne größeren Schaden anzurichten, bloßen Schrecken einjagte. Es war dieses jedoch gleichsam das Vorspiel zu einem großen Brandunglück, das heute früh um ½ 3 Uhr die ganze Gemeinde in Aufregung brachte. Es gerith nämlich um diese Zeit das Haus sammt Stadel des Josef Bösch, vulgo Siebers, in der Nähe der Ochsenwirthschaft aus bis jetzt unbekannten Gründen in Brand, das Feuer loderte auch bald lichterloh in die dunkle Nacht hinein, so daß es den Bewohnern nur mehr möglich war, das nackte Leben zu retten und nur durch die Geistergegenwart des Herrn Ochsenwirth wurden 2 Kinder, die in der Bestürzung völlig vergessen wurden, gerettet. Auch das nebenstehende Haus sammt Stall des Ferdinand Bösch, (vulgo Schreibers), wurde bald von den lechzenden Flammen ergriffen und fiel denselben zum Opfer. Nur weniges konnte vom Hausrath gerettet werden, unter diesen die nicht versicherten Stickmaschinen. Dem reichlich fallenden Schnee und der günstigen Windrichtung ist es zu verdanken, daß der Brand sich nicht über einen großen Theil der Parzelle „Sand“ ausgebreitet hat. Der löbl. Feuerwehr wollen wir diesmal nur bemerken, dass ihre Nützlichkeit nicht im Tragen von Helm und Busch, sondern im besonnenen und umsichtigen Wirken, besonders im Gebrauche der Spritzen mit Schläuchen besteht.
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Hag - Brand Josef Bösch "Seilers"
erstmalige Verwendung der neuen Saug- u. Druckspritze Auszug aus dem Original-Protokoll Aufgenommen am 12 Oktober 1890 im Gasthaus zur Sonne Nachmitags 4 Uhr und es kamen folgende Punkte zur Verhandlung und Beschlußfassung. P I Besprechung des Brandes von 5 auf 6 Oktober an Haag und soll auf Antrag des Engelbert Hämmerle die Allarmierung respektife Wekung von Seite der Mitglieder ewats besser gepflogen werden in Hinkunft, sowie auf Antrag des Pius Vetter die Schläuche besser einzubinden seien, und auf Antrag des Simon König die Schlauchlegerschlüssel etwas reparirt werden, und wurden diselben dem Eduard Hämmerle Requisitenwarth zur Ausführung überwisen.
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Rheinhochwasser - Überschwemmung Gemeinde
Auszug aus der Festschrift 100 Jahre Feuerwehr Lustenau. Erst in der Nacht kam die übrige Wasserwehr zur Hilfe und bis in die frühen Morgenstunden wurde unbeschreiblich hart gegen das Wasser angekämpft. Schon ergoß sich die Flut da und dort über die Dämme, immer wieder wurden schwere Erdschollen herbeigeschaft. Inzwischen war ein Großteil der Bevölkerung ohne Unterschied des Alters und des Geschlechtes herbeigeeilt, denn man wollte die Wiederholung des vor zwei Jahen erlebten unbedingt verhüten. Doch alle Arbeit war umsonst. Gegen halb fünf Uhr kündeten schrille Hornsignale und laute Rufe den Helfern den Rückzug an und die Sturmglocken verkündeten den Daheimgebliebenen, daß die Helfer die Gefahr nicht mehr zu bannen vermochten und daß die Gemeinde neuerlich überschwemmt werde. Auszug aus der Kirchenchronik Im Jahre 1890, am 30. August, hatten wir wieder eine Rheinüberschwemmung. Am Fest der hl. Apostelfürsten Petrus und Paulus hatte man gefürchtet, vermochte sie aber noch abzuhalten. Am 25. August drohte das Unglück aufs neue und am 30. August trat dann ein, was man befürchtet hatte. Von 12 Uhr nachts bis halb 4 Uhr früh bot man alle Kräfte auf, den immer wachsenden und zu einer noch nie errechten Höhe angeschwollenen Strom im Bette zu halten. Doch bald schien es nicht mehr möglich zu sein, denn beim Löwen., bei Josef König, Jehlers, und bei der Brücke im Rheindorf fing er an zu überfluten. Man trug dennoch etwas Hoffnung, ihn zurückhalten zu können, weil es auf die Berge beschneit hatte und das Wachsen des Flusses allmählich aufzuhören schien. Doch, - auf einmal fing er an, schnell zu sinken. Jetzt war der Muth verloren, denn es hieß, jetzt müsse er oberhalb eingebrochen sein und wir werden ihn bestimmt wieder von der Seelache her bekommen. Und so war es auch. In Ems-Bauren fand ein Dammbruch statt und in kurzer Zeit war er beim Seelachendamm. Dieser war zu niedrig. Zuerst wurde er überflutet, nach längerer Zeit an mehreren Orten zerrissen und das Wasser strömte wenigstens einen Meter höher als bei der ersten Überschwemmung anno 1888 über die ganze Gemeinde Lustenau. Wer wird diesmal den Schaden bemessen können? Die niedrigen Wohnungen werden ganz besonders leiden. Und die Feldfrüchte sind dahin. Drei Wochen nach dem Einbruch kamen die letzten Häuser aus dem Wasser. Der Schaden, den die Überschwemmung nur in Lustenau allein verursachte, beläuft sich auf 400.000 Gulden. Wenn die aber nur die letzte Überschwemmung wäre... Bregenzer Tagblatt: 31.08.1890 Rheinüberschwemmung Hohenems, 30. August Es ist morgens 1 ½ Uhr, schwer und dumpf ertönen die Glocken, in trauriger Harmonie rufen sie alle zusammen – zur Hülfe gegen den Rhein, den bösen Rhein! am denkwürdigen Peter- und Paultag d. J. hat er zum erstenmal wieder seit den schlimmen Septembertagen 1888 seine bräuende Macht gezeigt; das ganze Rheinthal erbebt unter dem Einbruch der nicht verschmerzten Leiden. Glücklich ging die Gefahr vorüber, tapfer stand die Wasserwehr, der Dank gebührt ihrer hiefür im vollen Maße. „3 Meter 50, Wasserwehr an Ort“, so tönte es wohl zu wiederholten Malen diesen Sommer, immer diensteifrig und pflichtgetreu fand sie sich an Ort und Stelle ein, jedes Mal konnte sie an den heimathlichen Herd zurückkehren mit dem befriedigenden Bewußtsein, des Heimatsgenossen Behausung vor dem schlimmsten unserer Elementarfeinde beschirmt zu haben. Am 29. August kam eine Hiobspost nach der Andern, Meter 3.30, 3.60, Föhn auf den Bergen! Bis jetzt war unser Trost immer der Schnee auf den Spitzen der Berge. Der Rhein muß fallen! – eine Ironie, der Schnee soll und muß unser Trost und unsere Rettung sein, - doch wo sollen wir unsere Rettung vor dräuender Gefahr sonst suchen? – Leider wurde die vielerorts befürchtete Vermuthung nur zur allzu traurigsten Wirklichkeit. Statt erhofften Schneefalles Föhn über alle Höhen. – Der Rhein steigt rasch, immer drohender stürmt er gegen die Wuhrungen, an Meter 3.80 hat er erreicht, er überfluthet die Wuhrung, seine Wogen breiten sich in dem Fundationsgebiet Wuhrung – Dammung aus, es stürmt gegen die neuerrichtete Dammung an, es steigt höher und höher, es bedroht den schon errichteten, aber neuen und darum schwachen Damm in ganz ernstlicher Weise. Die Wasserwehr, mit ihren 30 Mann, zu schwach, um Verstärkung auf allen Punkten dem Damm geben zu können, sendet Eilboten nach Hohenems – Telephon kennt man in Vorarlberg noch nicht – es wird geblasen, es wird gestürmt! Am „Schinderkopf“ der bestbekannten und seit allen Zeiten als schwächsten Einbruchstelle des Rheins berüchtigt, wird gearbeitet und geschafft, da ist die Gefahr am größten, da ist die Hülfe am nöthigsten, Der „Schinderkopf“ ist am 29. Juni (Peter und Paul) auf die Strecke von 15 bis 20 Meter an der Wuhrung bis auf den Vorgrund hinunter blosgelegt worden. 1000 fl. kostet die Wiederherstellung in vorherigen Stand; bis 29. August ist man nicht dazu gekommen, diese „Schinderstelle“ wiederherzustellen. Hier war es, wo der Obmann der Feuerwehr, wo der Obmann der Wasserwehr ihre Hilferufe ertönen lassen mussten, um dann um Uhr 2.40 zu weichen. – 1000 fl. – Mit einem Gefälle von mindestens 3-4 Metern braust der Rhein herein, Schotter auf Schotter bringt er diesmal mit, - Bild von Mäder – cascadenartig klingt das Getöse an unser Ohr. Altach-Bauern du bist in schlimmerer Lage wie vor 2 Jahren! Es breitet sich vor uns ein Bild aus, wie es so schrecklich vor zwei Jahren nicht war. Der Wasserstand ist ein bedeutend höherer, die Felder und Fluren sind auf bedeutend weite Strecken überschwemmt, die Ernte nach allen Arten und Richtungen ist vernichtet, - Bauer, was willst Du noch mehr? Die Bahnstrecke nach Götzis ist unterbrochen, die Umsteigung erfolgt hier am Bahnhof und werden die Passagiere mittelst beigestelltem Fuhrwerke nach Götzis weiterspedirt und zwar auf Kosten der Bahnverwaltung. Es werden doch die 16.000 fl. nicht draufgehen, die die Erhöhung der Strecke Hohenems-Götzis gebraucht hätte? Ehre wem Ehre gebührt; Der Verkehr ab Hohenems entwickelt sich unter gegebenen Verhältnissen glatt. Es ist nicht an uns, heute Klage zu erheben, - das Unglück ist da, - unsere Sorge ist, wie ist momentan zu helfen? Daß wir Grund zur Klagen, daß wir schweren Grund zu Klage, zum Jammer – ob unserer Verlassenheit haben, das werden wir und andere beweisen. Daß wir tief im Jammer liegen davon möge sich jeder augenscheinlich überzeuge, er möge kommen und wir sind überzeugt, jeder wird von dannen gehen und sagen: armes Rheinthal, armes Hohenems! Vom k. k. Bahnamt Bregenz erhalten wir die Mittheilung: In Folge Hochwasser ist der Verkehr über die Buchser Rheinbrücke seit gestern Abends 9 Uhr eingestellt. Des weiteren wird in Folge heute Früh erfolgten Rheindurchbruches der Personenverkehr der Strecke Götzis – Hohenems nur mit Straßenfuhrwerken durchgeführt Ueber die Rheingemeinden Vorarlbergs ist eine furchtbare Kathastrophe gekommen. Der Rhein ist aus seinen Uferns getreten, hat Dämme durchbrochen, ganze Ortschaften überschwemmt und hunderttausende von Joch, vor wenigen Tagen noch blühende Felder, Aecker und Wiesen unter Wasser gesetzt, so daß auf Meilenläge und mehrere Kilometer Breite, oft nur noch die Baumkronen über dem Wasserspiegel erscheinen. Eine ungeheure Fläche bildet einen wilden reißenden See, der alles verschlingt und vernichtet, was sich nicht rechtzeitig retten kann. Viele und auch zu Theil arme Gemeinden sind nun neuerdings und wiederholt bedroht, Habe und Gut zu verlieren. Das Unglück ist unabsehbar und dabei noch keine Aussicht, daß sich das Wasser verlaufen könnte. Ununterbrochen strömt der Regen vom Himmel und vermehrt von Stunde zu Stunde die zerstörende Gewalt des bösen Vater Rhein. Vom Thurme in der Oberstadt und besonders vom Gebhardsberge aus bietet sich ein trauriges Bild der Verwüstung. Der See ist von gestern auf heute rapid gewachsen, der Wasserstand hat bereits Dammhöhe erreicht. Der Ausstellungsplatz ist total unter Wasser; bei der Dampfschreinerei, welche wie eine Insel aus dem Wasser hervorragt, hat dasselbe zum großen Theil schon den Exerzierplatz überschwemmt. Die Rheincorrection auf dem Papier hat sich noch nicht bewährt. Noch einige solche Kathastrophen und man erspart sich die Rheinregulierung.
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Hag, Haus Nr. 587 u. 588 - Brand Doppelhaus Josef Anton Hollenstein "Becks"
Auszug aus dem Original-Protokoll Aufgenommen am 10 April 1890 nach der Übergabs-Probe im Gasthaus zur Sonne. Nach einigen Belobungen auf Fabrikanten und andere Persöhnlichkeiten wurd zirka um 8 Uhr abends die Versammlung eröfnet vom H Hauptmann und wurden hauptsächlich die beim Brande dess Josef Hollenstein gemachten Wahrnehmungen besprochen. Bregenzer Tagblatt: 09.04.1890 Hohenems, 7. April. Von gestern auf heute wurde von hier aus auch ein großes Feuer beobachtet und brannte in der Parzelle Haag, nächst dem Bahnhof, ein altes doppeltes Wohnhaus mit Stall und Stadel bis auf den Boden nieder. Heute Nachmittag wurde wieder ein größerer Brand in der Richtung über Lustenau beobachtet und soll in Fußach längs dem Bodensee ein großer Complex Streue abgebrannt sein.