Aufbietung der Feuerwehr als 1. Aufgebot der Wasserwehr wegen stetigen Steigen des Rheins. Aufbietung der gesamten Wasserwehr - aller wehrfähigen Männer der Gemeinde, - am 10.09.1888.
Trotz fast übermenschlicher Leistung kam es am 11.09.1888 zum Wassereinbruch in unsere Gemeinde.
Auszug aus der Kirchenchronik
Am 11. September 1888, abends halb 7 Uhr, brach der Rhein, der schon in Koblach und Mäder eingebrochen war und sich in gewaltigen Fluten über Bauern herabwälzte, bei der Seelache den Damm durch und überschwemmte die ganze Gemeinde. In zwei Strömungen floß das Wasser drei Tage lang mehrere Fuß hoch, in der einen Strömung, die über das Binsenfeld und den Stalden ging, sogar 6 Tage lang durch Lustenau.
Der Schaden ist kaum abzuschätzen, denn außer den Feldfrüchten, die vernichtet wurden, und den „Schollen“, die alle davonschwammen, kamen Stickmaschinen und Hausgräte zu Schaden und es wurde an Arbeit viel versäumt.
Der Damm and er Seelache wurde so schnell wie möglich durch eine Bretterwand geschlossen und mit Steinen und Erde wieder ausgebessert. Am 5. Oktober desselben Jahres gab es aber eine zweite Überschwemmung, welche den neuerstellten Damm wegfegte und wieder die Hälfte des Lustenauer Bodens unter Wasser setzte. Alp, Gründel, Binsenfeld und Stalden kamen wieder ganz unter Wasser. Der Schaden betrug in Lustenau alleine ca. 300.000 Gilden.