Auszug aus der Original-Abschrift der Chronik für 1917
Brandausbruch im Hause des Rudolf Riedmann (Rosalers) Kaiser Franz Jos. Str. 32 um 10 h Vormittag
Um 10.5’ h wurde durch Telefonruf der Bürgermeister Her Ehrenhauptmann Albert Hämmerle verständigt daß in oben bezeichneten Hause ein Feuer zum Ausbruche gekommen sei. Herrn Bürgermeister Hämmerle veranlaßte sofort die Allarmierung durch Sturmgeläute welchem sich sofort auch die Hornisten der Feuerwehr sowie die K.u.K. Grenzschutz Hornisten anschloßen.
10.15 h fuhr die große Saugspritze sowie Requisitten von Kirchdorf zur Brandstätte ab. Bei ihrem Eintreffen war aber der Brand schon soweit gedämpft, daß an ein weiteres Umsichgreifen desselben nicht mehr befürchtet werden muste.
Die Nachbarn u. besonders Herrn Hermann Bösch Fabrikant der mit drei Feuerlöschapparaten (Perfekt) als Nachbar sogleich eingriff konnten das Feuer vor weiterer Ausbreitung im Zaume halten.
Daß Feuer war im Stadel in der Streue zum Ausbruche gelangt, welches wie es sich dann noch während den Löscharbeiten erwieß von einem 4 – 5 jährigen Knaben des Hausbesitzers gelegt worden war.
Verbrannt ist etwas Streue u. eine aus Holz bestehende Holz bezw. Bretterwand angebrannt. Der Schaden dürfte mit 150 Kr gedeckt sein, außerdem was durch ausräumen der Möbel aus dem Wohnhause noch etwa beschädigt wurde.
Die Spritze wurde am Grindelkanale postiert und eine Schlauchleitung Transportschläuche 92 mtr gelegt, zum bei den Ausräumungsarbeiten der Streue sich etwa entstehenden noch vorhandenen Feuers sofort zudämpfen.
Nach 1 stündiger Arbeit konnte die Wehr einrücken, bis auf eine Brandwache v. 4 Mann welche bis abends am Brandplatze verblieb
Ausgerückt waren: 31 Mann der Feuerwehr
39 “ “ Grenzschutzkomp.
Geräte wurden verwendet: Saugspritze Kirchdorf, 92 mtr Transport Schläuche.
Vorarlberger Volksblatt: 05.04.1917
Lustenau, 3. April. (Tagesneuigkeiten.)
Heute vormittags entstand im Hause des Rudolf Riedmann (Rosales, Kaiser Franz Josef-Straße) ein Brand, dem ziemlich bald durch des energische Eingreifen der Grenzschutztruppe Einhalt geboten werden konnte.
Der Hauptsache nach verbrannte nur etwas Streue und Heu im Stadel.
Die Rheindorfer-Spritze eilte mit dem Spritzenfuhrmann Herrn „Linden“-Wirt August Bösch zuhilfe. Beim Gasthaus zur „Austria“ überfiel diesen plötzlich ein Uebelkeit, er mußte in das Haus gebracht werden wo er in kurzer Zeit verschied.
Der rasche Sterbefall dieses kräftigen Mannes erregte größtes Aufsehen und tiefe Erschütterung. Der Verstorbene war ein umsichtiger Geschäftsmann, betrieb Wirtschaft und Bäckerei nebst Viktualienhandlung hat sein Geschäft im Laufe der Jahre stets vergrößert und sich zu einem wohlhabenden und angesehenen Geschäftsmann in und außer Lande emporgearbeitet.
Seine 5 Söhne sind in Kriegsdiensten, in der letzen Woche noch waren drei in Urlaub, ohne daß der eine vom anderen vorher etwas gewußt hätte. Nun lastet das ganze Geschäft auf den Schultern der Frau Luise Bösch, der in diesen schweren Zeiten allgemeine Teilnahme sich zuwendet.
Was den „Linden“-Wirt von je auszeichnete, war seine Hilfsbereitschaft. Wenn es irgendwo nottat, ging man zum „Linden“-Wirt, er spannte ein, holte Arzt und Priester, überhaupt was gerade mangelte, bei Tag oder Nacht, ob arm oder reich, allen entsprach er.
Das tat er um Gotteslohn; man soll für ihn beten, er komme nicht alle Tag in die Kirche, sagte er, wenn man ihn um die Schuldigkeit fragte.
Und eben auf dem Gange dem Nächsten Hilfe zu bringen, ereilte ihn der Ruf Gottes.
Wir hoffen, dass an ihm die Worte sich erfüllen; „Das Almosen ... machts, daß man Barmherzigkeit und das ewige Leben finde.“ Er ruhe in Frieden!