Auszug aus dem Original-Protokoll über die am Montag den 30. März 1936 abends 8 Uhr im Gasthaus zum Löwen abgehaltene Vereinsversammlung unter dem Vorsitz des Hauptmanns Josef Bösch.
zum Brande am 27. März 1936 bei Ludwig Bösch, Laktis in der Hofsteigstrasse berichtet wiederum der Hauptmann.
Um 4.20 h früh kam der Telephonallarm und kurz darauf der Glockenallarm, jedoch wie dies eigentlich erwartet werden könnte nicht im Rheindorf sondern im Kirchdorf. Erst geraume Zeit später wurde auch im Rheindorf Sturm geläutet.
Die grosse Röte am nächtlichem Himmel wies auf ein grosses Feuer hin und bei Anfahrt der Autogeräte fand sich der Brand sehr weit fortgeschritten. Das grosse zweistöckige, in Holz gebaute Wohnhaus mit angebauten halben Stadel brannte lichterloh. Der Stadel war schon vollständig verbrannt sodass das Gerippe ohne besondere Nachhilfe zum Einsturz kam.
Vom Stadel hatte sich das Feuer rasch über den Dachstuhl des Hauses weiter entwickelt und brachte das eingeriegelte Ziegelmauerwerk des Obergeschosses zum Einsturz, sodass das verheerende Element nun ungehindert sich im ersten Stock des Hauses verbreiten konnte.
Bei diesem Stand setzte die Tätigkeit der Wehr ein.
Drei Leitungen wurden vorangetrieben und in kurzer Zeit war der Bann gebrochen die Wut des Feuers erledigt und der Angriff konnte vollständig nach Innen verlegt werden. Mit welcher Wucht sich das Feuer entwickelt hat konnte nun recht deutlich gesehen werden.
Wenn auch eine Tochter des Hausbesitzers bei der Bergung von Habe nicht mehr zurück konnte und durchs Fenster ins Freie springen musste, konnte erst jetzt festgestellt werden, dass im Obergeschoss sämtliches Inventar vernichtet wurde, weil sich das Feuer so rasch verbreitet hatte.
Die notwendig gewordene Niederlegung des Kamins brachte eine grosse Gefahr für die Leute, die sich nur durch Ihre Geistesgegenwart schützen konnten.
In der Anschliessenden Aussprache zu diesem Brande, an der sich die Kameraden lebhaft beteiligten, kam eine Fülle von Erfahrungen zu tage. Insbesondere soll bei der Rheindorfer Kirche ein Schlüssel zur Verfügung sein damit nicht mit Sturmläuten gewartet werden muss bis der Messmer kommt oder bei diesem der Schlüssel geholt werden sei.
Auf die Bezeichnung der einzelnen Leitungen soll besonders geachtet werden, damit diese nicht verwechselt werden.
Betreffend den Allarm muss der ausrückende Wehrmann achthaben, dass er die in seiner Nähe wohnenden Kameraden weckt.
Über die Aufstellung der Spritzen wird ebenfalls gesprochen und noch verschiedenes Andre erörtert.
Die Wechselrede klingt aus in der Erkenntnis, das alles und nicht genug gelernt werden kann und drückt Hauptm. Stellv. Peschl den Wunsch aus, dass die nun beginnenden Proben fleissig und vollzählig besucht werden um in Hinkunft möglichst immer noch bessere Arbeit im Ernstfalle leisten zu können für jeden Einzelnen und für die Gesamtheit.
Auszug aus der Original-Abschrift der Chronik für 1936
Brand Hofsteigstr. 12. Ludwig Bösch „Laibs“
Kurz nach 4 h früh brach aus unbekannter Ursache im Stadel des Obgenannten Feuer aus. Dasselbe griff sofort auf den Dachstuhl des Hauses über. Den im Dachgeschoß schlafenden Töchtern war der Rückzugsweg bereits abgeschnitten so daß sie sich nur durch Sprung durchs Fenster retten konnten.
Da die allarmierung mit Glocken wieder sehr zu wünschen übrig blieb so traf die Wehr erst um 4.30 h beim 235 m vom Brandplatz entfernten Brunnen „Kappelle“ ein. Die Anhängespritze wurde dort postiert und 1 A. Leitung gelegt. Von der Autospritz die beim Brandplatz postiert war, wurde der Brand mit 3 Leitungen angegriffen. Das Feuer war mittlerweile bis auf den 1. Stock durchgedrungen, sowie das ganze Stiegenhaus in Vollbrand gesetzt.
In kurzer Zeit war der Brand lokalisiert so daß mit den Ablösch und Abräumungsarbeiten begonnen werden konnten, die um 7.5 h beendet waren so daß die Wehr um 7.20 h einrücken konnte.
Anwesend waren 51 Mann Brandwache 4 Mann.
Vorarlberger Volksblatt: 27.03.1936
Lustenau, 27. März. (Brand.)
Heute nacht gegen 4 Uhr brach im Hause des Ludwig Bösch in der Hofsteigstraße ein Brand aus.
Das Haus ist fast gänzlich abgebrannt, von der Einrichtung konnte nahezu gar nichts gerettet werden. Brandursache ist unbekannt.
Andere Objekte waren nicht in Gefahr. Das abgebrannte Haus war eines der größten Holzhäuser der Gemeinde.