Reichsstrasse - Heustockbrand Ökonomiegebäude Armenhaus

04.08.1929 | 06:00 | Brandeinsatz | Alarmstufe: F1
Auszug aus dem Original-Protokoll über die am 12. August 1929 Montag abends ½ 9 h im Gasthaus zum Engel abgehaltenen Vereinsversammlung unter Vorsitz des Hauptmanns Josef Bösch.


Hauptmann Josef Bösch schildert eingehend den Verlauf der Löschtätigkeit anläßlich des Heustockbrandes im Stadel der Armenanstalt.

Er weist ganz besonders darauf hin wie weit der Brand bereits vorgeschritten war und daß der offene Ausbruch nicht mehr lange auf sich gewartet lassen hätte. Er betont daß die Löscharbeit tadellos vonstatten ging und die Mannschaft tüchtig und ganzer Kraft gearbeitet habe. Er spricht dafür allen den Dank aus. Ganz besonderer Dank gebührt den Kameraden Pirmin Vogel und Franz Fitz, die von morgens bis abends gearbeitet haben und die Löschtätigkeit am Anfang eingeleitet und bis zur Ankunft des Autogerätes fortgeführt haben.

Schriftführer Gebhard Fitz bringt an den Ausführungen des Hauptmannes anschließend zur Kenntnis, daß er am Brandsonntag nachdem er im Verein mit dem bereits am Platze arbeitenden Wehrmännern Pirmin Vogel und Franz Fitz, den Entschluß zum Allarm der Wehr mit Bereitschaft der Autospritze gefaßt habe, vom Sturmläuten lassen abgesehen habe, da er die persönliche Ansage von Mann zu Mann nach der 8 h Messe für genügend gefunden habe und der Glockenallarm unnötige Aufregung verursacht hätte.
Zum Brand selbst gibt er Aufklärung über den chemischen Vorgang bei der Gährung des frisch eingebrachten Heues und die weitere chemische Zersetzung der Pflanzen bis zur Verkohlung unter Luftabschluß.

Stellvertreter Peschl führt weiter aus, daß dieser chemische Vorgang weiter nichts als eine langsame Verbrennung sei. Die entwickelte Hitze sei aber in der Mitte und gegen den Boden des Stockes bereits eine ganz bedeutende gewesen. Die Eisenträgerdecke mit armiertem Ziegelwerk auf welcher der brennende Heustock mit Abschluß eines Bretterbodens geruht habe wies auf der Naturseite bereits eine bedrohliche Erhitzung auf besonders wenn man bedenkt, daß das Eisen bei einer Erwärmung auf 500° 50% und bei 700° 75% der Tragfähigkeit einbüßt.

Herr Bürgermeister Karl Bösch gibt ebenfalls noch interessante Aufklärungen zum Brande, gibt hierauf bekannt, daß die Gemeinde keinen Schaden erleide, da von der Versicherung der ganze Schadensbetrag ersetzt würde und nimmt dann die Gelegenheit der Wehr für die ausgezeichnete zielbewußte Löscharbeit den Dank und die Anerkennung der Gemeinde auszusprechen.

In der Aussprache über diesen Brand kommen die wargenommenen Erfahrungen besonders zur Geltung.
1. Daß durch die natürliche Gärung sich das Heu entzünden kann ohne daß irgend ein Gegenstand sich im Stocke befinden muß.
2. Daß die Mundschwämme ein gutes Hilfsmittel zur Arbeit im Rauche darstellen und sollen die Wehrmänner die Schwämme jederzeit bereit haben.
Ferner scheint es notwendig daß in solchen Fällen der ganze Stock abgetragen werde unter steter Bereitschaft des Wassers.



Auszug aus der Original-Abschrift der Chronik für 1929

Brand des Heustockes im Armenhausstadel Reichsstr. Nr. 9. Morgen 6 h. Allarm wurde durch Ansagen ausgeführt. Anwesende Wehrmänner 30 Geräte: Autospritze. Schlauchmaterial wurde verwendigt. 60 Meter Transport und 80 Meter Normalschläuche
Wasserbezugsort: Feuerlöschbrunnen dortselbst.

Der Brand wurde von unserem Kameraden Pirmin Vogel entdeckt der mit einem Geislein zum Zuchtbocke in den Stadel ging. Rasch wurde der Verwalter verständigt so auch die im alten Armenhause befindlichen Mietparteien und so ging es an die Arbeit.
Nach zirka 1 stündiger Arbeit kam Kassier Fitz Franz u. Schriftführer Fitz Gebhard zur Hilfe wo dann Pirmin Vogel sagte man solle den Löschzug verständigen den in der Mitte des Stockes sei nach seinem dafür halten ein zimmlich großer Brandherd vorhanden und ihm durch die Arbeiten Luft zugeführt werde so daß ein Ausbruch erfolgen könnte und dann wenn nicht genügend Wasser der Stadel verloren sei.
Dies wurde ausgeführt Fitz Gebhard verständigte das Komando. Es wurde schnell angesagt und um ½ 9 h rückte der Löschzug an. Die Arbeiten die es gab waren sehr anstregend. Den wenigstens
40 Fuhren Heu musten ins Freie geschafft werden. Dann die Hitze. Die Gase waren fast unerträglich.

Doch arbeiteten die braven Wehrmänner unermüdlich bis jede Gefahr vorbei und das Heu aus dem Stadel entfernt war. Der Brandherd war jedoch wie angenommen in zimmlicher Ausdehnung und wäre auch in nicht langer Zeit zum Ausbruche gekommen. Für die Wehrmänner war dieser Brand sehr lehrreich gewesen. Alle konnten viel lernen und wird auch für die Bevölkerung zu ernster Mahnung sein.
Die Wehr konnte nach 9 stündiger Arbeit um 6 Uhr Abend einrücken, mit der Genugtuung heute eine der schwierigsten Anforderungen glücklich gelöst zu haben.


Vorarlberger Volksblatt: 05.08.1929

Lustenau, 4. August. (Selbstentzündung.)
Im Oekonomiegebäude bei der alten Armenanstalt wurde heute früh, beobachtet, daß der Heustock säulenartig durchgebrannt ist. Es konnte einwandfrei festgestellt werden, daß sich das Heu selbst entzündet hat.

Ein Teil der Feuerwehr mit der Motorspritze befindet sich an Ort und Stelle, wo das Heu aus dem Gebäude entfernt wird. Es waren ungefähr 40 Fuder Heu untergebracht, wonach der größte Teil als vernichtet anzusehen ist.

Das Gebäude erleidet nur durch die Löschungsarbeiten einen Schaden. Objekt und Inhalt sind durch die Versicherung gedeckt.

Sitzung der Gemeindevertretung vom 13.08.1929
Punkt 2 lit. d
"...dass die Abfindung der Schadensumme für den Brand des Heues im Armenhausstadel stattgefunden habe. Die Landes-Feuer-Versicherungs-Anstalt bezahle diesen Schadenfall mit S.11.436,00, so dass die Gemeinde keinen Schaden erleide."
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Mähdlestrasse - Grossbrand Hermann Delsor

Auszug aus dem Original-Protokoll über die am 24. Februar 1929 nachm. ½ 1 Uhr im Gasthaus zur Rose stattgefundenen Frühjahrshauptversammlung unter Vorsitz des Hauptmanns Josef Bösch und in Anwesenheit weiterer 59 Kameraden. zu dem am 21. Jänner bei Hermann Dalsor, Mähdle 3 stattgefundenen Brand berichtet Hauptmann Bösch. Der Brandausbruch dürfte auf Überheizen eines Ofens zurückzuführen sein. Infolge der außerordentlichen Kälte konnte mit der Autospritze nicht gleich ausgefahren werden da das Manometer und Vacuum eingefrohren waren. Ebenso war es unmöglich eine Handdruckspritze in Tätigkeit zu bringen, da das in die durchgefrohrene Spritze eingesaugte Wasser sofort zu Eis erstarrte. Das außerordentlich kleine Haus viel daher dem Feuer vollständig zum Opfer ohne jedoch für andere Gebäude eine Gefahr zu bilden. Später wurde dann in wenigen Minuten der Brandherd mit der Motorspritze abgelöscht. Auszug aus der Original-Abschrift der Chronik für 1929 Brand des Hauses Mähdlestr. 3 dem Delsor Hermann um 12 ¼ h Nachts. Sonnabend Fasching Kränzchen u. belustigung mitten in diesem Trubel ertönen die Sturmglocken, Hornsignale und Feuerrufe. Infolge des staken Nebels wurde das Feuer nur schwach bemerkt zudem es ein kleines Wohnhäuschen war. Da es infolge seiner kleinen, keinen großen Defeckt abwarf entfernten sich gleich wieder eine Anzahl wundriger Zuschauer und hielten zuströmende am weiter gehen mit dem losen schlagworte zurück „Schon vorbei“ was zur Folge hatte das der Allarm mit Sturmgeläute sofort aufhörte und somit leider Geräte u. Wehrmänner zur Umkehr bewegten, was für die am Brandplatze anwesenden Wehrmänner sehr peinlich war. Endlich langte die alte blaue Druckspritze Wiesenrain an und wurde sofort die Saug und Druckspritze Grindel mit diesen Pferden geholt. Diese wurde rasch an den Kanal postiert aber leider konnte kein Wasser gesogen werden da die Spritze fest gefrohren war. Endlich langte die Autospritze an die wegen der herschenden Kälte auch gleich eine Zeitlang nein ich tue nicht ich fahre nicht aus gesagt hatte. Jetzt konnte das Feuer angegriffen werden u. zwar auch tatsächlich in 15’ total kalt gelegt. Anwesend waren 23 Mann der Wehr und konnten um 3 h einrücken. An Mobilien konnte etwas gerettet werden. Der Abbrändler ist durch Versicherung gedeckt. Vorarlberger Volksblatt: 23.01.1929 Lustenau, 21. Jänner. (Brand.) Am Sonntag (20.) um zirka 12 Uhr nachts brach im Hause des Stickers Hermann Delsor in Lustenau in einem Dachbodenzimmer aus bis nun unbekannter Ursache Feuer aus, welches das größtenteils aus Holz erstellte kleine Objekt fast vollständig einäscherte.
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Rosenlächerstrasse - Grossbrand Eduard Hämmerle "Rütibüngers"

Auszug aus dem Original-Protokoll über die am 20. Juni 1928 im Gasthaus zum Adler abgehaltenen außerordentliche Vereinsversammlung unter Vorsitz des Hauptmannes Josef Bösch und in Anwesenheit weiterer 42 Kameraden. Zu dem am 13. Juni (12.15) ¼ 1 h früh im Haus Rosenlächerstr. 5 des Eduard Hämmerle, Rütibüngers ausgebrochenen Brand gibt Hauptmann Bösch eingehend Bericht. Er betont, daß sich das Feuer mit riesiger Geschwindigkeit, durch den etwas scharfen Südwind unterstützt, ausgebreitet habe, sodaß bei Ausfahrt der Wehr bereits der ganze Westteil des großen Bauernhauses in Vollfeuer gestanden habe. Ebenso war das Feuer auch bereits schon im Dachstuhl des Wohnhauses vorgedrungen. Infolge der strahlenden Hitze und den vom Winde entfachten Funkenflug war das Haus der Wwe Kath. Jussel so sehr gefährdet daß ein Schutz nicht mehr möglich schien. Trotzdem konnte im letzten Augenblick dieses Haus geschützt und das Feuer auf den Brandherd beschränkt werden, dank der raschen Arbeit und der ganz außerordentlichen Leistungsfähigkeit unserer Autospritze, die direkt mit beiden Transportleitungen zum Angriff gestellt worden ist. Hauptmann Bösch führt weiter aus, daß der Allarm ganz tadellos und durchschlagend war und müsse das richtige Sturmläuten durch Anschlagen der großen Glocken auch weiter beibehalten werden. Der Brandherd sei nach seiner Ansicht zwischen Haus und Stadel zu suchen von wo es sich rasch ausgebreitet habe, daß das Schwein nicht mehr aus dem Stalle gerettet werden konnte, sodaß es zu Grunde ging. Dagegen konnte der Haushund und ein Teil der Einrichtung herausgebracht werden während die im Parterre befindlichen Maschinen und Küfereinrichtung fast keinen nennenswerten Schaden erlitten haben. Zusammenfaßend erklärt er die Arbeit der Wehr als tadellos was besonders daraus hervorgehe daß von der Abfahrt der Spritze im Spritzenhaus bis zum Abwurf des Wassers in den Brandherd nicht einmal 5 Minuten verstrichen seien. Kamerad Knapp berichtet über die Durchführung des Glocken- u. Telephonallarmes. Da er und seine Frau bei Ausbruch des Feuers gerade in der Nähe waren, konnten sie sofort zur Fernsprechzentrale eilen sodaß dadurch der Allarm bereits in einigen Minuten erledigt war. Schriftführer Gebhard Fitz weißt auf die Gefahren hin die bei jedem Brande eintreten. Und besonders sei bei diesen Brande von Wehrmännern und besonders von Zivilpersonen jede Regel der Vorsicht außer Acht gelaßen worden und geradezu unter Einsatz des Lebens die Rettung des toten Inventares bewerkstelligt worden. Ein Vordringen in raucherfüllten Räume oder Herangehen an das Brandobjekt bei Einsturzgefahr rechtfertige allein nur die Rettung von Menschenleben. Zur Bergung von Inventar oder zur Löscharbeit müsse sich niemand einer bewußten Gefahr aussetzen, da die Mannschaft ohnehin anderen nicht vorher zu sehenden Gefahren genug ausgesetzt sei. Betreffend dem Allarm erwähnt er, daß es nicht vorkommen soll, daß Kameraden zum Brandplatz gehen ohne sich darum zu kümmern ob der in nächster Nähe wohnende Wehrmann etwas gehört hat oder nicht. Die Kameraden sollen einander wecken wie es früher der Fall war selbstverständlich in Ruhe nicht in heller Aufregung. Herr Gemeinderat Karl Bösch spricht sich über die Arbeit der Wehr bei diesem Brande lobend aus betont insbesondere daß das Sturmläuten in Zukunft beibehalten werde und erwähnt, daß die Öffentlichkeit durch die Presse aufgeklärt werde wenn die Autospritze nicht arbeite wie dies beim Brand Rohner der Fall war. Auszug aus der Original-Abschrift der Chronik für 1928 ½ 1 h Nachts Brand des Hauses Rosenlärcherstr. 5 dem Eduard Hämmerle Rüttebüngers. Im Stadel gegen das Haus (Laube) brach in den Holzspänen ein Schadenfeuer aus das sich mit unheimlicher Schnelligkeit über das ganze Haus bei dem mäßigen Südwinde ausbreitete und das Nachbarhaus Rosenlächerstr 6 der Ww Katharina Jussel stark gefärdete. Wie schnell sich das Feuer entwickelte, ist daraus zu ersehen das Pasanten die am Hause vorbei gingen nicht die geringsten Anzeichen einer verdächtigen Bemerkung machten, trotz sie auf die unheimlichen Brände die so schnell aufeinander folgten besonders obacht gaben, bemerkten. Kaum 100 Schritte vom Hause entfernt schon mächtige Flamen, wie man sagt an allen vier Ecken heraus schlugen und trotz der schnellsten Hilfe man das Schwein nicht mehr retten konnte. An Mobilarien fast gar nichts mehr. Die Feuerwehr welche in kürzester Zeit am Brandplatze erschien, (vom ersten Hilferuf bis Wasser auf das Objekt geworfen wurde 13 Minuten) griff rasch mit 2 Leitungen Transport den Brandherd an sowie schützte sie das gefärdete Nachbarhaus. Mit Aufbietung aller Kraft, konnte die doch teilweisige Erhaltung des Wohnhauses nicht bewerkstelligt werden und muste somit das ganze Haus dem Ruine preiß gegeben werden. Interesant war als die letzten Reste des Hauses noch mit dem Feuerhacken auseinander gerißen wurden der Hund noch lebend aus der Stube unter dem Kanapee zum vorscheine kam und sich soweit noch als lebensfähig zeigte. Fast zu gleicher zeit bot eine andere traurige, Begebenheit trotz vorher eindringlichen Warnung, die 2 Menschenleben leicht kosten konnte gelegenheit wie man nie genug Vorsicht walten lassen kann. Durch eindringen in ein mit Rauch angefüllten Zimmer wurde 1 Mann Civil durch Rauch vergiftet und muste Ohnmächtig geworden in ärtzliche Behandlung gebracht werden. Ein Wehrmann Steiger Hermann Hämmerle wurde durch stürzende Balken getroffen und leichter verletzt das er einige Zeit arbeitsunfähig wurde. So konnte das Nachbarhaus gerettet werden wofür das Brandobjekt total ausbrannte und konnte der Brand um ½ 4 h früh als total gelöscht betrachtet werden und die Wehr einrücken. Als Brandwache wurde König Ezechiel bestimmt. An Geräten kamen in Verwendung: Autospritze Wasserbezug Feuerlöschbrunnen Konsum 2 Leitungen Transportschlauch mit je 88 meter = 176 Meter. 2 Teilhahnen, Normalleitungen 4 mit je 50 meter = 200 meter zusammen Schlauch 376 meter. 1 Feuerhacken, 2 Anlehnleitern u. div. Abräumungsgeräte. Anwesend: 61 Wehrmänner u. 5 Civil die die Wehr in ihrer Arbeit unterstützen. An Leben ging ein Schwein zugrunde. An Mobilien konnte fast nichts gerettet werden. Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt. 32.000.- Schw. Franken wofon 26.000.- Fr ausbezahlt wurden. Vorarlberger Volksblatt: 14.06.1928 Lustenau, 14. Juni. (Brand.) In der vergangenen Nacht brach im Stadel des Eduard Hämmerle (Rüttibüngers) ein Brand aus, der etwa 12 ¼ Uhr nachts bemerkt wurde. Die Feuerwehr war sofort zur Stelle und auch die Motorspritze war sogleich in Tätigkeit. Es konnte aber dennoch nicht verhindert werden, daß das aus Holz gebaute Wohnhaus bis auf die neugebaute Küferei niederbrannte. In Lustenau wird in Anbetracht des Umstandes, daß sich in letzter Zeit die Brandfälle in ganz bedenklichem Maße mehren, allgemein vermutet, daß es sich um Brandlegung handelt. Hiezu berichtet die Gendarmerie, daß die gesamte Küferreieinrichtung und ein Schwein den Flammen zum Opfer gefallen sind. Auch von den Möbeln konnte nur ganz wenig gerettet werden. Die Brandursache ist noch nicht festgestellt und sind Erhebungen im Gange.
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Maria-Theresien-Strasse - Fabriksbrand E. Rohner jun.

Auszug aus dem Original-Protokoll über die am 11. Juni abends ½ 9 h im Gasthaus zur Rose abgehaltenen Vereinsversammlung unter Vorsitz des Hauptmannes Josef Bösch und in Anwesenheit weiteren 48 Mann. Zum Fabriksbrande bei E. Rohner jun. berichtet wiederum Hauptmann Bösch. Er hebt hervor daß das Feuer infolge der Bauanlage schon ganz bedeutend im Inneren des Gebäudes umsich gegriffen habe, ehe es überhaupt zum Ausbruch kam und bemerkt wurde. Dann sei der Allarm absolut ungenügend und nicht vollständig gewesen, sodaß der Angriff verhältnismäßig spät einsetzen konnte. Weiter habe die Autospritze infolge eines Fehlers am Pumpwerk beim ersten Angriff nicht mitwirken können sodaß wir auf die Handdruckspritzen angewiesen waren. Bei Einsetzen der Löschtätigkeit war von Hinterbau nur noch mit aller Not die Abteilung mit den Schlagkarten und die im Parterre untergebrachte Brautausstattung zu retten. Das Feuer hatte auch bereits durch das Blechdach und seinem Einsturz verursachte Abdringung durch die Verbindungstüren und einen Luftschacht den Weg ins Vordergebäude genommen und stand der Dachstuhl und zum Teil der II. Stock schon in Flammen. An einen Angriff konnte von außen infolge unserer beschränkten Einrichtung gegenüber einem solchem Brande nicht gedacht werden. Außerdem war überhaupt ein schwieriges Arbeiten da in der Färberei II Stock verschiedene Chemikalien untergebracht waren die Stichflammen nach allen Seiten sandten. All dies berücksichtigen stellt er fest daß die Arbeit der Wehr gut bezeichnet werde müsse und daß insbesondere vortrefflich Einzelleistungen zu verzeichnen seien. Etwas mehr Ruhe und Disziplin wäre erwünscht. Weiter rügt er die Kritik am Brandplatze ganz besonders daß ein Aktivmitglied, das bereits 40 Dienstjahre hinter sich habe unter den Zuschauern stehe und nörgle sei unbedingt verwerflich. Hauptmannstellvertreter Hans Peschl erklärt im Anschluß an die Ausführungen des Hauptmannes zusammenfaßend, daß bei diesem Brande alle dankbar ungünstigen Verhältnisse zusammen gewirkt haben um die Tätigkeit der Wehr zu erschweren. Bei Störungen an der Spritze müsse der Maschinist unbedingt ruhig gearbeitet werden lassen; event. soll auch der Standort des Gerätes abgesperrt werden. Die Behebung einer Störung werde fast unmöglich wenn von allen Seiten gefragt, gedrängt und allerhand für gute Ratschläge gegeben werden. Der Obersteiger schildert den Innenangriff und hebt hervor mit welcher Ausdauer die Mannschaft gearbeitet habe, wofür er ihr den Dank ausspricht. Kamerad Knapp regt an, daß an die Steigerhelme stärkere Sturmbänder angebracht werden sollen. Ehrenmitglied Herr Eduard Alge gibt in sehr gewählten Worten verschiedene wertvolle Anregungen. Er erwähnt daß er von dem heute gehörten sehr befriedigt sei und er ermahnt die Wehr zur strengen Einhaltung der Ordnung und Disziplin. Seine Worte wurden beifällig aufgenommen und durch den Hauptmann verdankt. Auszug aus der Original-Abschrift der Chronik für 1928 Großfeuer im Geschäftshause der Firma E. Rohrer jr M. Th. Str. 53 um ½ 2 h früh. Kaum waren die Geräte vom letzen Brande wieder intackt gesetzt schreckten in einer stürmischen regennacht die Hornsignale, Sturmglocken und Feuerrufe die Wehrmänner wieder zu ernster Arbeit. Im Ausrüstsaale des Geschäftshauses M. Th. Str. 53 brach ein Schadenfeuer aus das sich bis es bemerkt wurde schon so weit ausgebreitet hatte das an ein Löschen oder bekämpfen nicht mehr gedacht werden konnte. Als die Feuerwehr welche in kürzester Zeit mit allen Geräten am Brandplatze erschien fand sie bereits den ganzen Osttrackt im Feuer, sowie schon einen Teil des Hauptgeschäftes vor. Die Aufgabe war für die Wehr eine große. Die Löschacktion eine sehr schwierige zumal viele Öle u. cemische Materialien und Benzin sich im Objekte befanden und plötzlich turmhohe Stichflammen auswerfen konnten. Trotz dieser gefährlichen Situation arbeiteten die Wehrmänner an den Löscharbeiten 8 volle Stunden mit Todesverachtung unter steter Lebensgefahr, bis Sie das Feuer total gelöscht hatten. Nur der den den Brandherd seine Ausdehnung gesehen hat, der der die eisernen Tragschienen beobachtet die sich wie Schlangen gewunden und noch viele dergl. Sachen kann sich ein Urteil abnehmen welche Riesenarbeit hier die Wehrmänner geleistet haben. Die Feuerwehr welche in der Stärke von 63 Mann zur Bekämpfung ausgerückt war Unterstützten mit Pumparbeit noch durch 5 Stunden 35 Mann Zivilpersonen. An Geräten kamen in Verwendung: Autospitze am Feuerlöschbrunnen bei Jos. Hämmerle Klosters mit 2 Leitungen A u. B. welche am Brandplatz abgezweigt wurden und mit 4 Normalleitungen das Feuer wirksamm angegriffen wurde. Es wurden meistens Innenangriffe gemacht. Die A u. B Leitungen hatten insgesammt 340 Meter Transportschlauch also je 170 Meter. Von den Teilhahnen 4 Leitungen Normalschlauch zusammen 280 Meter. Saugspritze Rheindorf am Rheindorfergraben auf der Brücke mit 40 mtr Transport Teilhahnen 2 Leitungen Normal mit zusammen 80 Meter. Saugspritze Grindel am Privatbrunnen beim Lustenauer Hof mit 1 Leitung Normalschlauch 220 Meter. Strebenleiter, Stockleitern, Anstellleitern wie Handwerkgeschirr zu Aufräumungsarbeiten. Insgesammt wurden Transportschläuche 380, Normalschlauch 580 Meter gebraucht. Als Brandwache verblieb König Ezechiel u. Hämmerle Rudolf Barons Der Abbrändler ist durch Versicherung gedeckt. Die Wehr rückte um 10 h Vormittag ein Vorarlberger Volksblatt: 05.06.1928 Lustenau, 5. Juni (Fabriksbrand.) Heute früh gegen 2 Uhr stand das Gebäude der Stickereifabrik von E. Rohner in Flammen. Der Besitzer, der in Bregenz wohnt, konnte erst durch Boten mit Rad verständigt werden, traf dann bald auf der Brandstätte ein. Das Feuer vernichtete das ganze Objekt mit Geschäftshaus, Nachsticksaal und Ausrüsterei, da es an leicht brennbaren Stoffen ausgiebig Nahrung fand. Der Ausbruchsherd dürfte in der Ausrüsterei zu suchen sein, wie man hört. Dank der günstigen Windrichtung wurde das Haus samt Stadel des früheren Besitzers Fitz vom Feuer verschont. Trotz der sofort eingesetzten Rettungsaktion ist der Schaden bedeutend. Die Feuerwehr hatte um 7 Uhr morgens den Brand noch nicht ganz gelöscht.
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Reichsstrasse - Grossbrand Johann Hagen "Disens"

Auszug aus dem Original-Protokoll über die am 11. Juni abends ½ 9 h im Gasthaus zur Rose abgehaltenen Vereinsversammlung unter Vorsitz des Hauptmannes Josef Bösch und in Anwesenheit weiteren 48 Mann. Zum Brande bei Johann Hagen berichtet Hauptmann Bösch über den Hergang der Löschtätigkeit eingehend. Er betont ganz besonders daß die Absperrung des Brandplatzes durch die Turner sehr gut war und für die Arbeiten der Wehr äußerst vorteilhaft war. Die ganze Löscharbeit sei glatt vor sich gegangen, und habe die Mannschaft in Ruhe und Ordnung gearbeitet. Weiter berichten noch Fr. Jos. Höfel, Fitz Pius und Lorenz Ritter über den Hergang vom Brandausbruch bis Eintreten des Vollbrandes und Beginn der Löschaktion. Ganz besonders hebt Fitz Pius die für das Haus des Wwe Hagen bestandene große Gefahr hervor. Auszug aus der Original-Abschrift der Chronik für 1928 Kaum 1 Stunde später weckten die Sturmglocken, Hornsignale und Feuerrufe die Bewohner und die Feuerwehr konnte schon ein Stückchen Dank abtragen. Es brannte das Haus Reichsstr. 22 des Johann Hagen Diesens. Das Feuer kam im Stadel zum Ausbruche und verbreitete sich mit unheimlicher Schnelligkeit über das ganze aus Holz erbaute Objekt. Die Nachbarhäuser besonders das der Ww Eduard Hagen waren in Gefahr. Trotz dem schnellen Eintreffen der Feuerwehr mit Autospritze am Brandplatze konnte sie nur noch an der Abdämpfung des Feuers eingreifen. Das Brandobjekt war verloren. Die Autospritze wurde am Feuerlöschbrunnen in der Felderstr. postiert und mit Transportleitung von 212 meter Teilhahnen 2 Leitungen Normal mit 194 meter zusammen 406 meter an Geräten kamen noch in Verwendung, 3 Stockleitern 1 Anlehnleiter, Feuerhacken Schaufeln, Zabin, Karsche. An Mobilien konnte nur sehr wenig gerettet werden. Im Stadel konnte das Vieh u. Pferd in Sicherheit gebracht werden. Von der Baumannsfahrnis nichts. Der Brand war durch Versicherung in der Vorarlb. Landes-Versicherung gedeckt. Der Abbrändler erhielt 24.000 Schw. Franken. Von der Feuerwehr nahmen 58 Mann an der Löschacktion teil. Die Löscharbeit dauerte 3 Stunden. Als Brandwache verblieben. König Ezechiel Obmann, Hollenstein Armin u. Grabher Franz. Die Turnvereine leisteten bei diesem Brande das 1. Mal Absperrdienste und bewährte sich recht gut. Es sei ihnen an dieser Stelle der wohlverdiente Dank ausgesprochen. Außer den besagten Geräten waren am Brandplatze noch erschienen welche aber nicht benutzt wurden: beide Saug u. Druckspritzen Gerätewagen, Druckspritzen blaue u. rote kleine Druckspritze welche der Brandwache überlassen wurde und ihr gute Dienste leistete, sowie eine Handspritze. Vorarlberger Volksblatt: 30.05.1928 Ein Wohnhaus mit Stadel in Lustenau abgebrannt. Letzte Nacht etwas nach 3 Uhr ertönte in Lustenau Feueralarm. Es brannte beim Hause des Johann Hagen (Disens) Bauer in der Reichsstraße. Der Besitzer und die Magd konnten nur das nackte Leben retten. Es wurden nur ein Pferd, eine Kuh und ein Rind dem Feuer entrissen, das Gebäude aber fiel bis auf die Grundmauern dem gefrässigen Elemente zum Opfer. Der Besitzer soll durch seinen Hund geweckt worden sein, sonst wäre er selbst verbrannt. Eine Stunde vorher brannte hinter dem Gasthaus zum „Löwen“ der Stadel bereits lichterloh, doch konnte das Feuer durch diensthabende Feuerwehrmänner noch rechtzeitig gelöscht werden, bevor es größere Dimensionen annahm. In diesem Falle ist Brandstiftung erwiesen, da eine Kisten mit Holzwolle als Herd dienten.