Auszug aus der Original-Verhandlungsschrift vom 29. Okt. 1935 abends 8 Uhr im Gasthaus Engel abgehaltene satzungsmässigen Vereinsversammlung unter Vorsitz des Hauptmanns Josef Bösch.
Zu dem am 19. Okt. 1935 bei August Huber Kirchstrasse stattgefundenen Brande berichtet der Hauptmann über den Verlauf des Brandes und die Löscharbeit vom Ausbruch bis zur Ablöschung desselben.
Der Ausbruch erfolgte etwas nach 3 Uhr früh und brachte der Allarm durch Sturmläuten, Hornsignale und Dauerverbindungen, die Wehr in kurzer Zeit in Tätigkeit, sodass bereits eine Viertelstunde nach Ausbruch die Wasserabgabe auf das Brandobjekt erfolgte.
Der Angriff wurde mit 4 Rohren durchgeführt, von denen zwei von der Automobilspritze und zwei von der neuen Anhängespritze, die bei diesem Brande die Feuertaufe erhielt, gespeist wurden. Beide Geräte arbeiteten tadellos, sodass in zwei Minuten des Gebäude dunkel und jede Gefahr, die vorerst für die Nachbarobjekte Kaiser, Buchdruckerei und Schreinerwerkstätte Hämmerle, bestanden hatte, beseitigt war.
Die Einleitung des Angriffs war gut, obgleich festgestellt werden muss, dass die Rohrführer mit dem hohen Druck sowohl, als auch mit der Handhabung der neuen Mundrohre, die übrigens das allerneueste des Marktes darstellen, noch nicht genügend vertraut sind. Es soll Grundsatz sein mit möglichst wenig Wasser einen wirkungsvollen Löscherfolg zu erreichen. Dies ist bei umsichtiger Führung der Mundrohre mit dem Druck den wir aus unseren Geräten herausholen können, der aber von den Rhorführern auch richtig verwertet werden muss, ohne weiteres möglich. Die Wasserabgabe soll auch von den Rohrführern in geeigneten Augenblick eingestellt werden d. h- eine Wasserabgabe die nutzlos und nicht im Verhältnis zum Löscherfolg steht, darf nicht erfolgen. Alle Steiger wollen Sich dies für die Hinkunft merken.
Der Hauptmann ersucht nun den ersten am Brandplatze anwesenden Kamerad Hermann Hämmerle, seine Wahrnehmungen bekannt zu geben.
Kamerad Hermann Hämmerle berichtet, dass bei seinem Eintreffen am Platze das Feuer rings um den Kamin herum das Dach durchbrochen habe und sich nun rasch nach dem Stadel hin ausdehnte, der dann in unglaublich kurzer Zeit in Vollfeuer stand.
Der Besitzer kam erst aus dem Hause heraus und konnte dieser in der ersten Aufregung keinerlei Auskünfte auf die gestellten Fragen geben. Er habe sich dann selbst davon überzeugt, dass keine Menschen mehr im Brandobjekt sich befinden und habe er sich dan der Bergung des Inventars zugewandt, was fast restlos gelungen sei. den weiteren Verlauf des Brandes dürfte ja schon bekannt sein und ging er so vor sich wie, dies der Hauptmann bereits berichtet hat.
Stellv. Peschl bespricht ebenfalls die Löschtätigkeit durch die Steiger und Rohrführer und weist darauf hin, dass die Rohrführer mit den neuen Mundrohren aus Interesse Versuche angestellt haben, da sie diese eben zum erstenmal in Benützung hatten.
Die Ausführungen des Hauptmanns, wie auch seine eigenen, dürften jedoch weder als Vorwurf noch als persönlich gemeinte Mahnung an die Rohrführer aufgefasst werden, sondern es soll eine Belehrung sein, wie ja überhaupt die Besprechungen der Brände nur den einen Zweck verfolgen belehrend für den einzelnen zu wirken und dadurch dem Ganzen von Nutzen zu werden,
In der anschließenden Aussprache an der sich verschiedene Kameraden beteiligten wurde noch dies und jenes besprochen und die Erfahrungen des letzten Brandes ausgetauscht und erörtert.
Fotos und Techn. Daten der Anhängespritze finden sie unter Technik – Fahrzeuge – Fzg. außer Dienst - Motorspritzenanhänger.
Auszug aus der Original-Abschrift der Chronik für 1935
Brand bei August Huber Kirchstr. Nr. 31 2.30 h nachts.
Vermutlich infolge Kaminsschadens brach auf dem Dachboden des obgenannten um zirka 2.30 h Feuer aus.
Als dasselbe von Nachbarn entekt wurde hatte es bereits den Dachstuhl des Hauses und des Stadels erfaßt, so daß an eine Löschung mit kleinen Geräten nicht mehr gedacht werden konnte.
Der Allarm war schnell und durchschlagend und traf die Autospritze mit der neuen Anhängespritze bereits um 3.40 h beim nur 90 m entfernten Brunnen ein.
3.42 h konnte bereits der Angriff gegen das mittlerweile in Vollbrand geratene Objekt erfollgen.
3.48 h wurde die neue Spritze in Betrieb gesetzt und wurde nun von jeder Spritze eine Transport mit
2 Normal-Leitungen gespeist.
Der Brand war nun in kürzester Zeit lokalisiert und jede Gefahr für die Nachbar Objekte beseitigt.
Um 5.25 h waren die Ablöscharbeiten beendet so daß die Wehr unter zurücklaßung von 3 Mann Brandwache um 5.40 h den Rückzug antretten konnte. Anwesend waren 66 Mann.
Vorarlberger Volksblatt:
Lustenau, 19. Okt. (Brand.)
Etwas nach 3 Uhr früh gab es wieder Feueralarm. Es brannte das Haus Kirchstraße 31 des August Huber. Die Feuerwehr war sogleich mit der Motorspritze zur Stelle, die zum erstenmal eingesetzt wurde und sich vorzüglich bewährte; in einer Stunde war die ganze Löscharbeit beendet.
Das Haus ist vollkommen vernichtet samt Stadel, in dem eine Druckspritzerei untergebracht war. Inventar konnte einiges gerettet werden. Lebewesen kamen nicht zu Schaden. Die Brandursache ist unbekannt.