Kirchstrasse - Grossbrand August Huber

19.10.1935 | 03:00 | Brandeinsatz | Alarmstufe: ---
Auszug aus der Original-Verhandlungsschrift vom 29. Okt. 1935 abends 8 Uhr im Gasthaus Engel abgehaltene satzungsmässigen Vereinsversammlung unter Vorsitz des Hauptmanns Josef Bösch.

Zu dem am 19. Okt. 1935 bei August Huber Kirchstrasse stattgefundenen Brande berichtet der Hauptmann über den Verlauf des Brandes und die Löscharbeit vom Ausbruch bis zur Ablöschung desselben.

Der Ausbruch erfolgte etwas nach 3 Uhr früh und brachte der Allarm durch Sturmläuten, Hornsignale und Dauerverbindungen, die Wehr in kurzer Zeit in Tätigkeit, sodass bereits eine Viertelstunde nach Ausbruch die Wasserabgabe auf das Brandobjekt erfolgte.
Der Angriff wurde mit 4 Rohren durchgeführt, von denen zwei von der Automobilspritze und zwei von der neuen Anhängespritze, die bei diesem Brande die Feuertaufe erhielt, gespeist wurden. Beide Geräte arbeiteten tadellos, sodass in zwei Minuten des Gebäude dunkel und jede Gefahr, die vorerst für die Nachbarobjekte Kaiser, Buchdruckerei und Schreinerwerkstätte Hämmerle, bestanden hatte, beseitigt war.
Die Einleitung des Angriffs war gut, obgleich festgestellt werden muss, dass die Rohrführer mit dem hohen Druck sowohl, als auch mit der Handhabung der neuen Mundrohre, die übrigens das allerneueste des Marktes darstellen, noch nicht genügend vertraut sind. Es soll Grundsatz sein mit möglichst wenig Wasser einen wirkungsvollen Löscherfolg zu erreichen. Dies ist bei umsichtiger Führung der Mundrohre mit dem Druck den wir aus unseren Geräten herausholen können, der aber von den Rhorführern auch richtig verwertet werden muss, ohne weiteres möglich. Die Wasserabgabe soll auch von den Rohrführern in geeigneten Augenblick eingestellt werden d. h- eine Wasserabgabe die nutzlos und nicht im Verhältnis zum Löscherfolg steht, darf nicht erfolgen. Alle Steiger wollen Sich dies für die Hinkunft merken.

Der Hauptmann ersucht nun den ersten am Brandplatze anwesenden Kamerad Hermann Hämmerle, seine Wahrnehmungen bekannt zu geben.

Kamerad Hermann Hämmerle berichtet, dass bei seinem Eintreffen am Platze das Feuer rings um den Kamin herum das Dach durchbrochen habe und sich nun rasch nach dem Stadel hin ausdehnte, der dann in unglaublich kurzer Zeit in Vollfeuer stand.
Der Besitzer kam erst aus dem Hause heraus und konnte dieser in der ersten Aufregung keinerlei Auskünfte auf die gestellten Fragen geben. Er habe sich dann selbst davon überzeugt, dass keine Menschen mehr im Brandobjekt sich befinden und habe er sich dan der Bergung des Inventars zugewandt, was fast restlos gelungen sei. den weiteren Verlauf des Brandes dürfte ja schon bekannt sein und ging er so vor sich wie, dies der Hauptmann bereits berichtet hat.

Stellv. Peschl bespricht ebenfalls die Löschtätigkeit durch die Steiger und Rohrführer und weist darauf hin, dass die Rohrführer mit den neuen Mundrohren aus Interesse Versuche angestellt haben, da sie diese eben zum erstenmal in Benützung hatten.

Die Ausführungen des Hauptmanns, wie auch seine eigenen, dürften jedoch weder als Vorwurf noch als persönlich gemeinte Mahnung an die Rohrführer aufgefasst werden, sondern es soll eine Belehrung sein, wie ja überhaupt die Besprechungen der Brände nur den einen Zweck verfolgen belehrend für den einzelnen zu wirken und dadurch dem Ganzen von Nutzen zu werden,

In der anschließenden Aussprache an der sich verschiedene Kameraden beteiligten wurde noch dies und jenes besprochen und die Erfahrungen des letzten Brandes ausgetauscht und erörtert.


Fotos und Techn. Daten der Anhängespritze finden sie unter Technik – Fahrzeuge – Fzg. außer Dienst - Motorspritzenanhänger.



Auszug aus der Original-Abschrift der Chronik für 1935

Brand bei August Huber Kirchstr. Nr. 31 2.30 h nachts.

Vermutlich infolge Kaminsschadens brach auf dem Dachboden des obgenannten um zirka 2.30 h Feuer aus.

Als dasselbe von Nachbarn entekt wurde hatte es bereits den Dachstuhl des Hauses und des Stadels erfaßt, so daß an eine Löschung mit kleinen Geräten nicht mehr gedacht werden konnte.

Der Allarm war schnell und durchschlagend und traf die Autospritze mit der neuen Anhängespritze bereits um 3.40 h beim nur 90 m entfernten Brunnen ein.
3.42 h konnte bereits der Angriff gegen das mittlerweile in Vollbrand geratene Objekt erfollgen.
3.48 h wurde die neue Spritze in Betrieb gesetzt und wurde nun von jeder Spritze eine Transport mit
2 Normal-Leitungen gespeist.
Der Brand war nun in kürzester Zeit lokalisiert und jede Gefahr für die Nachbar Objekte beseitigt.

Um 5.25 h waren die Ablöscharbeiten beendet so daß die Wehr unter zurücklaßung von 3 Mann Brandwache um 5.40 h den Rückzug antretten konnte. Anwesend waren 66 Mann.


Vorarlberger Volksblatt:

Lustenau, 19. Okt. (Brand.)
Etwas nach 3 Uhr früh gab es wieder Feueralarm. Es brannte das Haus Kirchstraße 31 des August Huber. Die Feuerwehr war sogleich mit der Motorspritze zur Stelle, die zum erstenmal eingesetzt wurde und sich vorzüglich bewährte; in einer Stunde war die ganze Löscharbeit beendet.

Das Haus ist vollkommen vernichtet samt Stadel, in dem eine Druckspritzerei untergebracht war. Inventar konnte einiges gerettet werden. Lebewesen kamen nicht zu Schaden. Die Brandursache ist unbekannt.
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Neudorfstrasse - Grossbrand Alfons Hollenstein "Schluttens"

Auszug aus dem Original-Protokoll über die am 1. Juli in der Wohnung des Hauptm. stattgefundene Vereinsausschußsitzung unter dem Vorsitz des Hptm. Da wir in der vergangenen Nacht schon wieder gegen den roten Hahn ausrücken mussten, so wird satzungsgemäß wieder eine Versammlung fällig. Da aber laut Verordnung der Landesregierung in den Sommermonaten keine Versammlungen abgehalten werden dürfen, so wird nur eine Besprechung am 9/7 abends ½ 9 h im Gasthaus z. Austria ausgeschrieben. Auszug aus dem Original-Protokoll über die am 9. Juli 1935 im Gasthaus zur Austria abgehaltene Vereinsversammlung unter dem Vorsitz des Hauptmanns Josef Bösch. Zu dem bei Alfons Hollenstein am 1. Juli stattgefundenen Brande berichtet der Hauptmann in der üblichen Weise. Der Brandausbruch erfolgte ca. 3 Uhr früh. Die Wehr war rasch zur Stelle und fand bei der Ankunft denn Dachstuhl und den westlichen Schuppenbau bis zu 2/3 herab in Flammen. Der Angriff erfolgte vorerst von Aussen bis das Feuer entsprechend eingedäumt und zurückgeschlagen war, dann wurde der Innenangriff eingeleitet. Trotzdem entsprechend der Eigenart des Brandes die Arbeit schwierig war, wurde mit gutem Löscherfolg gearbeitet. Selbstverständlich konnte ein Wasserschaden nicht vermiden werden. Die Angaben über den Ort der Entstehung des Brandes sind nicht übereinstimmend. Einige sagten aus dass das Feuer sich von der rechten Dachkammer der Südseite seinen Ausgang nahm. Es muss festgestellt werden, dass ein Kurzschluss oder Kaminbrand ausgeschlossen ist und auch dass die Ausdehnung und der Weg den das Feuer genommen hat höchst sonderbar ist. Km. Waibel als erster Wehrmann am Brandplatz bestätigt im allgemeinen die Angaben des Hauptmanns und berichtet dass das Inventar ausgeräumt wurde soweit dies noch möglich war. König Ezechiel teilt mit dass ein Schaden am Kamin nicht bestanden haben und auch die Bauweise war vorschriftsmässig. Stellvertreter Peschl bespricht ebenfalls kurz die durchgeführte Löscharbeit und den Brand und dessen Verbreitung und kommt dann auf die Rettung des Inventars zu sprechen. Zu retten sei in erster Linie das lebende Inventar vorerst Menschen dann Tiere erst dann wollen auch Wertgegenstände gerettet werden. Unter diesen Wertgegenständen seien aber nicht Möbel gemeint sondern Bargeld Wertschriften, Schmuck, Betten, Wäsche Kleider usw Der Hauptmann berichtet noch über die Brandentschädigung von seiten der Versicherung und dass die Brandleider mit der Arbeit der Wehr unzufrieden waren. Hiezu nimmt Schriftf, Fitz das Wort. Er führt aus, dass es an der Zeit sei offen zu erklären, dass ein Grossteil der Brände gelegt werden und dass die Versicherung durch die Liquidierung so hoher Schadenssummen einen Anreiz biete dafür, dass hin und wieder ein Feuer entstehe. Der Wert der Gebäude hat sich vermindert die Versicherungssummen durch die Frankenaufwertung erhöht. Dieses Missverhältnis sollte entsprechend ausgeglichen werden. Selbstverständlich kann jeden ein Brandunglück treffen, es ist aber nicht notwendig, dass das dann ein Brandunglück gebe dadurch dass sich die Brandgeschädigten noch dem Brande besser stellen als vor dem Brande. Wir als Wehrmänner haben nie danach gefragt wo und wie es brenne oder gar ob einer sein Haus selbst angezündet habe oder nicht; wir sind zu jedem Brande ausgerückt und werden es auch in Hinkunft tun. Aber wir sind nicht gewillt, dafür, dass wir im Dienste der Allgemeinheit oft unter Einsatz von Gesundheit und Leben arbeiten uns höhnen und kritisieren zu lassen oder noch vom Brandgeschädigten Vorwürfe machen zu lassen. Auszug aus der Original-Abschrift der Chronik für 193 Das 2. Halbjahr 1935 scheint immer noch im Zeichen des roten Hahnes zu stehen, den kaum hat es begonnen so gellt schon wieder Feuerlärm durch Lustenau. Nachts 2.30 h brach in einer Dachkammer des Alfons Hollenstein „Schlütters“ Neudorfstr 21 vermutlich durch Brandlegung Feuer aus. Die Ankunft der Wehr erfollgte um 2.40 h. Das Feuer hatte mittlerweile den Dachstuhl und den auf der west-Seite angebauten Schupfen ergriffen. Der Angriff erfollgte von der nord und südseite und durch das Steigenhaus mit 2 N. L. um 2.45 h. Wasserbezugsort 280 m vom Brandobjekt beim „grünen Baum“ Das Mobilar konnte größtenteils in Sicherheit gebracht werden. Der Wasserschaden ist zimmlich groß, da die abdämpfung in den zimmern des Obergeschoßes schwierig war. Um 4.40 h war die Löschaktion beendet und konnte die Wehr einrücken. Anwesend: 57 Mann. Vorarlberger Volksblatt: 01.07.1935 Lustenau, 1. Juli. (Brand.) Heute früh nach 2 Uhr brannte das Haus des Alfons Hollenstein in Neudorfstraße 21 nieder. Die Brandursache ist noch nicht geklärt.
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Staldenstrasse 12 u. 14 - Grossbrand Johann Vogel u. Eduard Vetter "Marzellins"

Auszug aus dem Original-Protokoll über die am 11. Juni 1935 abends ½ 9 Uhr im Gasthaus zum Lamm abgehaltene satzungsmässige Vereinsversammlung unter dem Vorsitz des Hauptmanns Josef Bösch. Zu dem am 26. Mai stattgefundenen Brande berichtet der Hauptmann wie folgt. Der Brandausbruch erfolgte ca. 2.10 Uhr früh und war der Allarm rasch und durchschlagend. Bei seiner Ankunft fand er den Dachboden des Doppelhauses und die Tenne in Vollfeuer. Durch die strahlende Hitze waren die beiden benachbarten Häuser der Geschwister Bösch und der Paula Hämmerle in unmittelbarer Gefahr, sodass ein halten dieser Häuser bis zur Anfahrt der Motorspritze sehr in Frage stand. Mit Krückenspritzen und Kübel musste fast übermenschliche Arbeit geleistet werden, zumal ja durch die Verstärkung des Brandherdes die Gefahr noch mehr sich vergrösserte. Ausserdem entstand eine Flugfeuerbahn gegen Südwest, sodass auch die entfernteren Häuser geschützt werden musste. Zum Glück traff die Spritze in fast unglaublich kurzer Zeit ein und nun erfolgte der Angriff auf den Brandherd und der Schutz der gefährdeten Häuser in dem Augenblick als diese aufgegeben werden mussten. Besonders das Haus der Geschwister Hämmerle war schon soweit vom Feuer ergriffen, dass ein halten mit menschlicher Kraft nicht mehr möglich gewesen wäre. Wie sehr gearbeitet wurde und wie lange ausgehalten, beweisst, dass er, der Hauptmann selbst und andere sich durch die Hitze verbrennungen an den Händen und im Gesicht zugezogen haben. Der Brand selbst hatte sich, entsprechend der Bauart des Hauses ungeheuer rasch entwickelt sodass die Bewohner zum Grossteil nur das Leben retten konnten. Einige mussten sogar durchs Fenster ins Freie flüchten. Der Angriff war rasch und die Löscharbeit gut. Nur sollen die Mundrohrführer etwas frischer an das Feuer herangehen, sodass der volle geschlossene Strahl mit ganzer Wucht wirken kann, was eine bedeutende Zeit und Arbeits-ersparnis bedeutet. In der folgenden Aussprache bespricht Stellv. Peschl ebenfalls den Löschangriff und die Wirkung eines geschlossenen Strahls. Es sollen, wie dies ja schon oft erwähnt wurde, zur Ablöschung möglichst kleine Kaliber gewählt werden und die Glutmassen aus nächster Nähe mit dem vollen Strahl direkt durchwühlt werden. Franz Pregler sagt, dass ein Näher herangehen nicht in allen Fällen möglich sei, ohne sich selbst einer Gefahr auszusetzen. Demgegenüber erklärt der Hauptmann, dass aber bei diesem Brande eine bessere Ablöschung des angebrannten Schollenhaufens doch hätte erfolgen müssen, da am Nachmittag dieser neuerdings aufloderte und eine neue Ausfahrt der Spritze bedingte. Als besonderer Umstand kann noch erwähnt werden, dass die Hühner erst nach dem Brande, bei der Ablöschung, zwar völlig durchnässt, aber doch unversehrt geborgen werden konnten. Rauch und Wärme, die zwar nicht intensiv auf sie gewirkt haben können, machten ihnen nichts. Jedenfalls wurden die Rauchgase durch das Löschwasser zum Grossteil absorbiert. Obersteiger Grabher bespricht die für die Nachbarhäuser und die in der Flugfeuerbahn sich befundenen Häuser bestehende Gefahr und sagt welche Vorsichtsmassnahmen in diesen Fällen zu treffen sind. Insbesondere sollen die ausgeschickten Flugfeuerposten der Wehr die Bewohner entsprechend unterweisen und nach erledigter Arbeit nach nachlassen der Gefahr dem betreffenden Kommandanten der sie ausgeschickt hat, Bericht geben. Km. Otto Fitz weist auf die gefahr hin, die durch die elektr. Anlagen drohen. Es sollen immer auch das Werk von einem Brande verständigt werden, damit sofort sachkundige die Leitungen durchschneiden. Der Schriftführer gibt demdagegen bekannt, dass das Werk schon von jeher in der Liste in der Telefonzentrale eingetragen ist. Die Besprechung dieses Brandes erbrachte allerhand Anregungen, die bestimmt für die Wehr Nutzen bringen werden. Der Brand an und für sich war ein sehr intensiver und gefährlicher. Umsomehr dürfen wir unsere Arbeit dadurch belohnt sehen, als wir ein Übergreifen auf die Nachbarhäuser vermeiden und dadurch viel Volksvermögen erhalten konnten. Auszug aus der Original-Abschrift der Chronik für 1935 Brand des Doppelwohnhauses Eduard Vetter und Johann Vogel Staldenstrasse Nach kurzer Pause krähte der rote Hahn abermals über Lustenau wo Er sich allem anschein nach eingenistet hat. Um zirka 2.30 h nachts brach im Stadel der Obgenannten Feuer aus, das mit unheimlicher Geschwindigkeit um sich griff. Durch die starke strahlende Hitze waren die beiden Nachbar Häuser der Geschwister Bösch und Paula Hämmerle in größter Gefahr, so daß ein halten dieser Häuser bis zur Ankunft der Autospritze sehr in Frage kam. Mit Krückenspritzen und mit Kübel mußte fast übermenschliche Arbeit geleistet werden. Um 2.30 h traf die Autospritze beim Brunnen Staldenweg ein und wurde zuerst mit 1 A Leitung das mittlerweile in Brand geratene Nachbarhaus der Paula Hämmerle angegriffen. Nacheinander wurden nun 2 Transport mit je 2 N. L. in Aktion gesetzt und der Brand direkt angegriffen. Da zimlich starker Nord-Ost Wind wehte mußten in den Süd-Westlichen Objekten Flugfeuer Posten aufgestellt werden. Während der Löschaktion wurden zimlich viele Personen verletzt welche von der Rett. Abt. behandelt wurden. Nach 3 ½ stündlicher schwerer Arbeit war der Brand gänzlich abgedämpft so daß die Wehr den Rückzug antretten konnte. Anwesend waren 64 Mann. Vorarlberger Volksblatt: 27.05.1935 Lustenau, 26. Mai. (Schadenfeuer.) Heute, kurz nach 2 Uhr früh, brach im Doppelhause der Besitzer Johann Vogel, Metzger, und Wilhelm Vetter, Karonageerzeuger in Stalden, Feuer aus, das sehr rasch um sich griff und das Ganze Gebäude in kurzer Zeit vollkommen in Asche legte. Zwei Personen, und zwar Paula Vetter und Theresia Vogel mußten, um sich in Sicherheit bringen zu können, aus den oberen Stockwerken springen, wobei sich beide so stark verletzten, daß sie sogleich in ärztliche Behandlung genommen werden mußten. Die Nachbarhäuser des Anton und des Eugen Hämmerle waren durch die große Hitze und durch den Funkenflug in größter Gefahr, ebenfalls vom Feuer ergriffen zu werden, doch gelang es dem raschen und tatkräftigem Eingreifen der Feuerwehr von Lustenau dies zu verhindern. Hingegen war an eine Rettung des Brandobjektes selbst nicht mehr zu denken, da dasselbe ein altes, ganz aus Holz erbautes Haus war, an welchem das Feuer reichliche Nahrung fand. Die Brandursache ist bis zur Stunde unbekannt, der Brandherd war im Stadel des Hauses gelegen.
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Hagstrasse - Grossbrand Wwe. Minna Riedmann

Auszug aus dem Original-Protokoll über die am 7. April 1935 nach dem Gedächtnisgottesdienst im Gasthaus „zum Adler“ stattgefundene Jahreshauptversammlung unter dem Vorsitz des Hauptmannes Josef Bösch. Der Hptm. erstattet über den letzten Brand Bericht. Er führte aus: Um 2.20 h nachts wurde ich vom Nachtwächter geweckt welcher ihn auf einen schwachen Feuerschein aufmerksam machte. Vorerst waren sie der Ansicht daß der Brand in Fußach zum Ausbruch kam. Nach kurzer Zeit habe man aber Feuerrufe gehöhrt und habe daß Sturmläuten begonnen, daß aber höchstens 4 Minuten währte. Auf der Fahrt zum Brandplatze habe er auch die Beobachtung gemacht daß die meisten Bewohner den Brand nicht bemerkten. Bei Ankunft am Brandplatze fanden wir das ganze Haus samt Stadel der Ww Minna Riedmann Hag 6 in Vollbrand vor. An irgend eine Rettung war nicht mehr zu denken die Motorspritze wurde beim Brunnen Hag postiert und eine A und 2 N.L. gelegt und der Brand angegriffen. Beim Einreißen des Stadels traf ein Balken den Steiger Gottlieb König so heftig daß er eine leichte Gehirnerschütterung und eine 3 cm lange Rißwunde ob dem Auge erlitt. Während der Löschaktion wurde auch bekannt daß der Feuerwehrmann Gebhard Riedmann der ein Sohn der Abbrändlerin ist unter dem Verdachte der Brandlegung verhaftet wurde. Derselbe hatte die Paradebluse an, und wurde auch mit derselben in das Bezirksgericht Dornbirn trotz meiner Beschwerde bei der Gendarmerie eingeliefert. Um 5.15 h war die Löschaktion beendet und konnte der Rückzug angetreten werden. Am Brandplatze blieb 1 Mann als Brandwache. Anwesend waren 34 Mann. Josef Hämmerle welcher als Nachbar der Erste Wehrmann am Brandplatze war gibt Bericht über daß Ausräumen und Einreißen. Gebhard Grabher erklärt daß er alle Dauertelephonstellen angerufen habe, keine Stelle habe aber eine genaue Auskunft geben können. Hptm. Stellv. Peschl spricht ebenfalls über den Allarm und die glatt verlaufene Löschaktion. Auszug aus der Original-Abschrift der Chronik für 1935 Brand bei Ww Minna Riedmann Hag 6. Nachts 2.15 h brach im Stadel des Wohnhauses der Obgenannten vermutlich durch Brandlegung Feuer aus. Daßselbe griff sofort auf das Wohnhaus über so daß bei eintreffen der Wehr an irgend eine Rettung des Gebäudes nicht mehr gedacht werden konnte. Die Autospritze wurde beim Brunnen Hag postiert und der Brand mit 2 N. L. angegriffen. Gefahr für die Nachbarobjekte bestand keine. Während der Löschaktion traf ein stürzender Balken den Steiger Gottlieb König so schwer daß Er eine leichte Gehirnerschütterung und eine 3 cm. lange Rißwunde erlitt. Um 5.15 früh war die Löschaktion beendet und konnte der Rückzug angetretten werden. Anwesend waren 34 Mann.
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Schillerstrasse - Grossbrand Wwe. Minna Bösch "Mutschis Titus"

Auszug aus dem Original-Protokoll über die am 3. Feber 1935. mittags 1 h im Gasthaus z. Weinstube“ abgehaltene Vereinsversammlung unter dem Vorsitz des Hauptmannes Josef Bösch. Am 1. Feber 1935 nachts 2.49 h brach aus bisher unbekannter Ursache im Dachboden des Hauses Schillerstr 33. der Ww Minna Bösch Feuer aus. Starker Schneefall verhinderte einerseits die ausbreitung des Feuers andererseits wurden die Wehrmänner an dem schnellen erscheinen verhindert. Die Ausräumung im 1. Stock wurde von Nachbarn vorgenommen und wurde alles gerettet. Das Vieh; 1 Pferd, 5 Kühe, 1 Kalb und 2 Schweine konnte der Knecht in Sicherheit bringen. Die Autospritze langte um 3.23 h beim Brunnen „Armenhaus“ ein. Um 3.28 h konnte der Brand welcher mittlerweile den ganzen Dachstuhl und Stadel ergriffen hatte mit 3 Normal-Leitungen angegriffen werden. Bemerkenswert bei diesem Brande war daß fast keine Zivilpersonen am Brandplatze erschienen waren. Um 5.30 h war der Brand vollständig abgedämpft so daß die Wehr einrücken konnte. Anwesend waren 40 Mann. Als Brandwache blieben 4 Mann am Platze zurück. Der Hauptmann ersucht den Kam. Hermann Hämmerle um seine gemachten Wahrnehmungen. Hämmerle erklärte daß er um 2.46 h aufgewacht sei. Nachdem er sich überzeugt habe daß die Kinder gerettet seien habe Er mit einigen Nachbarn mit dem Ausräumen begonnen. Dieselbe sei sehr ruhig und schnell von sich gegangen obwohl nur einige Personen damit beschäftigt gewesen seien. Fitz Otto und Edi Hämmerle welche ebenfalls als eine der Ersten am Brandplatze erschienen waren, gaben Ihre Wahrnehmungen bekannt. Bezüglich der Brandausbruchstelle gingen die Meinungen auseinander. Die Einen behaupten daß der Brand im Dachboden des Hauses, die Anderen im Stadel zum Ausbruch kam. Festgestellt sei, daß das Feuer unter umständen längere Zeit im Inneren wütete, bevor es zum Ausbruch kam, da der auf dem Dache liegende Schnee den sofortigen Ausbruch verhinderte. Otto Fitz stellt den Antrag, daß wenn es im unteren Teil der Gemeinde brennt, nur die Rheindorfer-Spritze, hingegen im oberen Teil nur die Grindler und Wiesenrainer Spritze ausfahren. Hauptm Stellv. Peschl erwiedert Ihm daß bei einem Brande unbedingt alle Geräte aufzufahren haben ganz gleich wo es brennt. Schreiber Josef Reichenau bemerkt daß die Wehrmänner geweckt werden sollen wenn schon mit der Spritze ausgefahren wird. Ferner führt Er Beschwerde über den Fuhrmann der die kleine Druck-Spritze führte. Auszug aus der Original-Abschrift der Chronik für 1935 Band bei Ww Minna Bösch Schillerstr. Nr.: 33. Am 1./2 nachts 2.50 h brach aus unbekannter Ursache im Dachboden des Bauerhauses der obgenannten Feuer aus. Starker Schneefall verhinderte einerseits die ausbreitung des Feuers, anderseits wurde die Wehr an dem schnellen Erscheinen verhindert. Die Ausräumung im 1. Stock wurde von Nachbarn vorgenommen und konnte alles gerettet werden. Das Vieh: 1. Pferd, 5 Kühe 1 Kalb und 2 Schweine konnte der Knecht in Sicherheit bringen. Um 3.28 h konnte der Brand welcher mittlerweile den ganzen Dachstuhl und Stadel ergriffen hatte mit 3 N. L. angegriffen werden. Bemerkenswert bei diesem Brande war, daß fast keine Zivilpersonen zu sehen waren. Um 5.30 h war der Brand vollständig abgelöscht so daß die Wehr einrücken konnte. Anwesend waren 40 Mann. Als Brandwache bleiben 4 Mann zurück. Vorarlberger Volksblatt: 01.02.1935 Lustenau, 1. Februar. (Brand.) Heute um ½ 3 Uhr früh brach im Bauernhaus der Witwe Mina Alge in Lustenau, Schillerstraße, offenbar im Stadel, aus bisher unbekannter Ursache Feuer aus, dem das ganze aus Holz gebaute Haus in kurzer Zeit zum Opfer fiel. Das Haus war von der Witwe und von vier kleinen Kindern sowie von den Brüdern Anton und Albert Alge bewohnt. Die Hausbewohner konnten sich in Sicherheit bringen, das Vieh sowie die landwirtschaftlichen Geräte konnten gerettet werden. Die Höhe des Schadens ist noch unbekannt.