Unsere Freizeit für die Sicherheit der Lustenauer Bevölkerung. Getreu diesem Motto war unsere Feuerwehr diese Woche ganz besonders gefordert. Und dabei mussten wir aus allen Registern schöpfen. Großbrand, Verkehrsunfälle, Sturmschäden, Regen, Tierrettung, alles war dabei. Aber auch „sozialarbeiterisch“ waren wir teils gefordert. Sei es im Umgang mit betroffenen Bewohnern, bei Gesprächen nach belastenden Einsätzen und mehr.
Wir haben in dieser Woche knapp 774 Arbeitsstunden geleistet. Dies entspricht bei einer angenommenen 38,5-Stunden-Woche der fiktiven Leistung eines 20-Mann Betriebes und einem ungefähren fiktiven Lohnausmaß von ca. 15.480,00 EUR (bei angenommenen 20,00 EUR/Stunde). Verwaltungsstunden und Nacharbeiten sind dabei noch gar nicht berücksichtigt.
Freiwillige Feuerwehr bedeutet, dass wir keinen Lohn für diesen Einsatz erhalten und oft unseren Arbeitsplatz verlassen müssen, um woanders dringend zu helfen. Freiwillige Feuerwehr bedeutet aber auch, dass uns eine Leidenschaft packt, zu jeder Tages- und Nachtzeit dort zu helfen, wo unsere Hilfe gebraucht wird. Sei es Arbeitszeit oder eben Freizeit.
Los ging es am Montagmittag mit einem Großbrand. Knapp 70 Mann unserer Wehr waren bis in den späten Abend damit beschäftigt, nach dem Brand eines Geräteschuppens professionell einzuschreiten. Um weiteren Schaden am Brandobjekt zu verhindern, mussten wir sogar das Dach abdecken. Der wertschätzende Umgang der Nachbarn und der Betroffenen mit der Feuerwehr hat uns bei diesem Einsatz neuerlich gezeigt, warum wir leidenschaftlich gerne unsere Freizeit opfern.
Gerade eingerückt vom Großbrand wurden wir in der Montagnacht bereits zum nächsten Einsatz alarmiert. Die Polizei benötigte beim Ausleuchten einer Unfallstelle unsere Hilfe. Leider überlebte der betroffene Lenker eines Motorrades den Unfall nicht.
Gleich am Mittwoch mussten wir dann einem Pferd zu Hilfe eilen, das im Reitstall gestürzt und stecken geblieben ist. Für viele Wehrmitglieder bedeutete das zum zweiten Mal in dieser Woche keine Mittagspause.
Ein schwerer Verkehrsunfall mit mehreren Verletzten und Hubschraubereinsatz kostete uns dann am Donnerstag erneut die Mittagspause.
Mehrere Unwettereinsätze infolge von Sturm und Regen folgten dann am Donnerstagabend. Wir mussten einen Keller auspumpen, umgestürzte Bäume entfernen und ein Dach neu abdecken.
Auch am Freitagabend wurden wir nochmals zu einem Verkehrsunfall in die Zellgasse beordert.
Und während ich diese Zeilen schreibe, geht der Pager erneut. Samstagnachmittag, unklare Rauchentwicklung und Brandgeruch in einer Wohnung. Wieder fahren wir mit zwei Fahrzeugen hin. Ein längerer Einsatz unsererseits war jedoch nicht erforderlich. Es scheint lediglich Essen am Herd angebrannt zu sein.
Und sollte auch am Sonntag unser Einsatz notwendig sein, stehen wir wieder bereit, um dort zu helfen wo unsere Hilfe benötigt wird. Denn wir sind mit Leidenschaft dabei.
koal